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Ernährungssicherung

Moderne Pflanzenzüchtung ist eine Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts und leistet einen wichtigen Beitrag zur Versorgung von derzeit 7 Milliarden Menschen mit Nahrung und Rohstoffen.

Das anhaltende Bevölkerungswachstum vor allem in Asien und Afrika lässt den absoluten Bedarf an Nahrung und Lebensmitteln weiter steigen. Zeitgleich lassen sich die weltweit die nutzbaren Agrarflächen  nicht ausdehnen. Mit steigendem Wohlstand wächst vor allem in Asien die Nachfrage nach Fleisch. Für die Erzeugung von einem Kilogramm Fleisch wird jedoch das Siebenfache an pflanzlichen Futtermitteln verbraucht. Witterungsbedingte Ernteausfälle haben in den vergangenen Jahren die weltweiten Getreidevorräte schrumpfen lassen. Aktuelles Beispiel im Jahr 2012 sind die lang anhaltenden Dürren in Südrussland und in den USA, die zu starken Ertragsausfällen bei Getreide und anderen Kulturpflanzenarten wie Mais und Soja geführt haben.

Aufgrund der Verknappung von Rohstoffen sind die Preise der meisten Agrarprodukte zeitweise stark angestiegen. Besonders die lokale Bevölkerung in Entwicklungsländern ist auf Lebensmittel vom Weltmarkt angewiesen, da nicht genügend Lebensmittel für den Eigenbedarf produziert werden können und somit Grundnahrung importiert werden muss. Dies ist auch auf den Anbau anfälliger Pflanzensorten gegenüber Schädlingen und Umweltbedingungen zurückzuführen. Die Situation wird durch Phänomene wie des Klimawandels in seinen regionalen Auswirkungen noch verstärkt.

Durch Wissens- und Methodentransfer sowie Public-Private Partnerships kann die landwirtschaftliche Situation in benachteiligten Regionen verbessert werden.

2010 hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) ein bilaterales Kooperationsprogramm mit Äthiopien mit dem dortigen Landwirtschaftsministerium und dem Forschungszentrum Kulumsa gestartet. Äthiopien ist eines der ostafrikanischen Länder, das regelmäßig von Hungerkatastrophen infolge von verheerenden Dürren erschüttert wird. Weiterhin gibt es immer wieder Ernteausfälle durch den Anbau von Pflanzensorten, die anfällig gegenüber Schaderregern sind, wie beispielsweise infolge der Weizen-Gelbrostepidemie im Jahr 2010.
Im Rahmen des Kooperationsprogramms soll die nachhaltige Landwirtschaft in Äthiopien unterstützt werden, indem moderne Technologien von deutschen Unternehmen zur Verfügung gestellt und einheimische Landwirte weitergebildet werden.

Als private Partner sind KWS und die GFP (Gemeinschaft zur Förderung der privaten deutschen Züchtung e.V.) in einem Parallelprojekt zur Stärkung des äthiopischen Saatgutsektors engagiert. Ziel ist die Züchtung regional angepasster Gersten- und Weizensorten, um die Produktivität der äthiopischen Landwirtschaft zu steigern. Ein Schwerpunkt ist der Ausbau des staatlichen Züchtungsprogramms und die Vermehrung der auf dem äthiopischen Markt erhältlichen Sorten.

Die kleinteilige Landwirtschaft in Peru mit ihren wichtigsten Kulturpflanzen Mais und Quinoa gerät von verschiedenen Seiten in Bedrängnis: Die Klimaschwankungen nehmen zu und erschweren die Anbaubedingungen. Armut führt zur Abwanderung der Jugend in die Städte und dadurch zu einem Verlust des traditionellen landwirtschaftlichen Wissens. Daraus resultiert ein chronischer Nahrungsmangel in entlegenen Gebieten und eine weit verbreitete Armut.

Um die Ernährung peruanischer Kleinbauern langfristig zu sichern, startet KWS drei Projekte: ein effizienteres Management der Maisressourcen, eine Stärkung der peruanischen Maiszuchtprogramme und die Entwicklung neuer Züchtungsstrategien für Quinoa.

Unsere Partner in Peru sind dabei die Nationale Agraruniversität – La Molina (UNALM, Lima), das Nationale Institut für Landwirtschaftliche Innovation (INIA, Cusco) und die Nationale Universität des Andischen Hochplateaus (UNAP, Puno). Projektpartner aus Deutschland sind die Universität Hohenheim (Fg. Nutzpflanzenbiodiversität und Züchtungsinformatik, Stuttgart) und die Deutsch-Peruanische Handelskammer.
 

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