KWS
   
 

Hybridzüchtung

Mit Hilfe der Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA entwickelten Züchtungsmethode werden bei KWS Mais-, Zuckerrüben-, Raps-, Roggen- und Sonnenblumensorten gezüchtet.

Dabei nutzt man den Heterosiseffekt. Die Kombination nicht miteinander verwandter, reinerbiger Linien (Inzuchtlinien) führt zu einer gesteigerten Leistungsfähigkeit der mischerbigen Nachkommen, den sogenannten Hybriden. Dieses Phänomen ist besonders ausgeprägt bei Fremdbefruchtern, wie Mais und Zuckerrübe, die natürlicherweise Pollen von anderen Pflanzen bevorzugen. Sie haben ausgeklügelte Mechanismen, die eine Selbstbefruchtung sehr unwahrscheinlich oder gar unmöglich machen.

Über die Herstellung von Inzuchtlinien und deren anschließender Kreuzung werden Hybridsorten entwickelt, welche möglichst viele gewünschte Eigenschaften für den Anbau unter den jeweils vorherrschenden Bedingungen aufzeigen. Entscheidend für die Sortenleistung ist der Ertrag der Hybride. Bei diesen Kulturarten kann es zu einer Verdopplung oder gar Verdreifachung des Ertrages im Vergleich zu den Inzuchtlinien kommen.

Es ist jedoch ein hoher Aufwand notwendig, um ein exzellentes Leistungsniveau der Hybridsorten erreichen zu können: Zwei verschiedene Linienzüchtungsprogramme werden zur Herstellung reinerbiger Inzuchtlinien benötigt. Auch die Erstellung von Probehybriden erfordert sowohl besonderes Zuchtmaterial als auch gesonderte umfangreiche Arbeitsschritte zur Erstellung von Hybridsaatgut.

Das Saatgut, das aus den Hybridpflanzen durch Nachbau gewonnen wird, ist deutlich weniger ertragreich als die Hybride selbst, da durch die beginnende Aufspaltung ca. 50% des Heterosiseffektes wieder verloren gehen.

 

 
KWS