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Dr. Erich Bornscheuer verstorben

Einbeck, 14.03.2013
Nr. 13 | ww


Im Alter von fast 91 Jahren verstarb am 26. Februar 2013 Dr. Erich Bornscheuer, ein Wegbereiter des vollmechanisierten Zuckerrübenanbaus in Europa. 1922 auf dem thüringischen Rittergut Oberstein geboren, wuchs Erich Bornscheuer auf einem für züchterische Aktivitäten und Saatgutvermehrungen weit über die Region hinaus bekannten Betrieb auf. Nach dem Abitur begann er zunächst mit einer landwirtschaftlichen Lehre und studierte nach 1945 Landwirtschaft an der Universität Göttingen. 

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Studiums trat er 1951 in die damalige „Kleinwanzlebener Saatzucht vormals Rabbethge und Giesecke Aktiengesellschaft“ in Einbeck ein. In den ersten Jahren war Erich Bornscheuer mit Zuchtarbeiten befasst und gewann neue Erkenntnisse über Stecklingsanzucht und Samenträgerwachstum. Die Zuchtarbeiten wechselten sich mit Einsätzen in Südamerika, Spanien, Finnland und der Schweiz ab. In diese erste Zeit bei KWS fiel seine Promotion über den Einfluss pflanzenbaulicher Maßnahmen auf Stecklings- und Samenträgerentwicklung sowie Samenertrag und Saatgutqualität bei der Zuckerrübe. 1959 wurde er an der Georg-August-Universität Göttingen zum Dr. agr. promoviert.

1963 übernahm Dr. Erich Bornscheuer die Leitung der neu eingerichteten Fachgruppe Pflanzenbau des damaligen Instituts für Pflanzenzüchtung der KWS. Seinen fachlichen Schwerpunkt setzte er zunächst insbesondere bei der generativen Phase der Zuckerrübe, später bei der vegetativen Phase. Er experimentierte mit unterschiedlichen Saatgutformen und wandte sich schließlich der äußeren Saatgutqualität genetisch einkeimigen Saatgutes im Vergleich zu der technisch einkeimigen Saatgutes zu. Es war die Zeit des großen Umbruchs in der Geschichte des Zuckerrübenanbaus, in der die Vollmechanisierung des Zuckerrübenanbaus und der vereinzelungslose Anbau ermöglicht wurden. Die heutigen Möglichkeiten des Landwirtes, den Zuckerrübenanbau für die besonderen Anforderungen seines Betriebes zu optimieren, stützen sich nicht zuletzt auf die Arbeiten Bornscheuers. Er brachte sich in die Arbeit zahlreicher nationaler und internationaler Fachgremien ein, u.a. des Institut International des Recherches Betteravières (IIRB) und des Verbandes Deutscher Landwirtschaftlicher Untersuchungs- und Forschungsanstalten (VDLUFA).

Erich Bornscheuer verstand es, die wissenschaftlichen Erkenntnisse für die rübenanbauenden Landwirte nutzbar zu machen. Im intensiven Dialog mit den Landwirten hat er sein Wissen und seine Erfahrung in vielen Vorträgen und Veröffentlichungen für den praktischen Rübenanbau zur Verfügung gestellt und sich um den Zuckerrübenanbau in hohem Maße verdient gemacht. Er bleibt mit seinem beispielhaften Engagement unvergessen.

 

Kontakt:

Wolf-Gebhard von der Wense
Leitung externe Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +49 5561 311-717
E-Mail: wolf-gebhard.vonderwense@kws.com

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