KWS
   
 

Ausführungen von

Dr. Dr. h.c. Andreas J. Büchting
Dr. Dr. h.c. Andreas J. Büchting

  Dr. Dr. h.c. Andreas J. Büchting
Sprecher des Vorstands der
KWS SAAT AG

anlässlich der Bilanz-Pressebesprechung in Hannover
am Dienstag, 9. Dezember 2003

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

das Jahr neigt sich seinem Ende zu, und ich darf Sie wie immer um diese Zeit herzlich zu unserer Bilanzbesprechung begrüßen. Das tue ich auch im Namen meines Vorstandskollegen Dr. Hagen Duenbostel. Wir freuen uns über Ihr zahlreiches Erscheinen und insbesondere über Ihre langjährige und kontinuierliche Begleitung.

Langfristigkeit und Kontinuität - das sind für KWS zwei wichtige Attribute, zwei Stützen unserer Unternehmens-Philosophie. Und wenn ich vor einem Jahr an dieser Stelle die Vorzüge unserer Eigenständigkeit und Unabhängigkeit hervorgehoben habe, so ist dies eine entscheidende Voraussetzung für unser langfristig orientiertes Denken und Handeln. Gerade als Züchtungsunternehmen - bei dem die Produktentwicklung länger dauert als die Vermarktungszeit - ist ein langer Atem wahrlich lebenswichtig. Hektisches Reagieren im Quartalsrhythmus wäre nicht im Unternehmensinteresse und kurzsichtig. Das ist die klare und einmütige Überzeugung des Vorstandes dieses Unternehmens. Und der Erfolgsweg der KWS in den letzten 10-20 Jahren bestätigt dies.

Meine Damen und Herren,

kommen wir nun zum vergangenen Geschäftsjahr 2002/2003. Es war für die KWS Gruppe ein Jahr der Konsolidierung. Die agrarpolitischen Rahmenbedingungen und heftige Wechselkursschwankungen bescherten die angekündigte eine Wachstumspause. Und dennoch haben wir unsere Erwartungen im abgelaufenen Jahr übertroffen:

Wir konnten ...

  • das hohe Vorjahresniveau bei Umsatz und Ergebnis annähernd halten,
  • die Marktposition - insbesondere bei Zuckerrüben und Maissaatgut - weiter ausbauen

und

  • wir erhielten 233 neue Sortenzulassungen - ein neuer Rekordwert in der fast 150-jährigen Firmengeschichte.

Diese Leistungen sind das Ergebnis einer erfolgreichen Strategie. Eine Strategie des langen Atems, geprägt von Langfristigkeit, Kontinuität und Eigenständigkeit.

Ich möchte Ihnen kurz erläutern, warum diese Attribute für uns so wichtig sind:

  • Beispiel 1 - Innovation: KWS investiert seit Jahren - ja schon seit Jahrzehnten - einen ungewöhnlich hohen Anteil des Umsatzes in die Entwicklung neuer Sorten. Meist sind es über 15 %. Und der Erfolg gibt uns Recht: Heute entwickeln unsere Forscher die erwähnten 233 neuen Sorten, vor zehn Jahren waren es gerade einmal 55 pro Jahr.
  • Beispiel 2 - Diversifikation: Wir haben frühzeitig neue Produktsegmente bearbeitet und diese kontinuierlich aufgebaut. So trägt heute das Mais-Segment über 40 % zum Gruppenumsatz bei. Vor zehn Jahren waren es erst 29 %.
  • Beispiel 3 - Globalität: Die kontinuierliche Erschließung neuer regionaler Märkte - wie Südosteuropa und der westliche CornBelt der USA - sowie ein langer Atem in der Marktbearbeitung und Kundengewinnung haben KWS zu dem gemacht, was sie heute ist: ein global tätiges Unternehmen. Wir sind in über 65 Ländern vertreten und erreichten in diesem Jahr erstmals die 70 %-Marke beim Auslandsumsatz.

Sie sehen - meine Damen und Herren - die KWS ist eher mit einem Marathonläufer vergleichbar als mit einem Kurzstrecken-Sprinter.
Ich werde nun kurz die wichtigsten Daten und Fakten der jüngsten Etappe - des Geschäftsjahres 2002/2003 - im Überblick darstellen:

  • Der Umsatz in der KWS Gruppe blieb mit 424,3 Mio € um 9,4 Mio € oder rund 2,2% unter dem hohen Vorjahresniveau. Der Grund für den Umsatzrückgang ist jedoch ausschließlich Währungseinflüssen zuzuschreiben. Die Währungseffekte haben insgesamt 24,7 Mio € aufgezehrt.
  • Folglich konnte auch der Jahresüberschuss mit 28,9 Mio € nicht ganz an den hervorragenden Vorjahreswert (29,7 Mio €) anknüpfen. Die Umsatz-rendite nach Steuern blieb indes konstant auf einem attraktiven Niveau von 6,8 %.
  • Die Zahl der Mitarbeiter stieg um 4,6 % auf 2.336 Personen. Wir haben 103 neue Arbeitsplätze geschaffen. Dies möge Ihnen ein Hinweis sein, dass wir auch in Zukunft eine erfolgreiche Geschäftsentwicklung erwarten.
  • Die Eigenkapitalquote stieg auf 52,5 %; mit dieser Kapitalstruktur ist die KWS äußerst solide finanziert und kann zukünftiges Wachstum ausreichend vorantreiben.
  • Aufgrund unserer erneut sehr beachtlichen Abschlusszahlen und - nach wie vor - ordentlichen Rentabilität schlagen wir der Hauptversammlung vor, die Ausschüttung auch in diesem Jahr bei 11 € pro Aktie zu halten.

Meine Damen und Herren,

  • ich meine, die KWS konnte sich in einem äußerst schwierigen wirtschaftlichen Umfeld ausgesprochen gut behaupten. Aber wir richten unser Augenmerk nicht ausschließlich auf diese Indikatoren. Besonders ausschlaggebend ist für uns der Erfolg "on the long run". Und aus diesem Blickwinkel haben wir noch einiges mehr auf der "Haben-Seite" verbucht:
  • deutlicher Ausbau unserer Marktposition, z. B. in Südosteuropa, Frankreich und den USA
  • abermals erhöhte Innovationsrate; gemessen an unseren Sortenzulassungen
  • erneute Stärkung des Wachstumssegmentes Mais - um nur einige Beispiele zu nennen. Ich werde gleich noch Details erläutern.

Und nun die einzelnen Segmente im Überblick:

 

Zuckerrüben: Stärkung der Marktposition

Im Segment Zuckerrüben konnte KWS ihre weltweite Spitzenposition weiter ausbauen und erzielte im Geschäftsjahr 2002/2003 einen Umsatz in Höhe von 196,7 Mio €. Damit konnten wir uns erfolgreich im Markttrend behaupten, denn unser Umsatz sank lediglich um 4%, während die Anbauflächen in Europa um 7 % zurück gingen. Grund für den geringeren Umsatz sind auch hier Währungseffekte in Höhe von 8,5 Mio €; bereinigt setzte KWS in diesem Segment sogar mehr um als im Vorjahr. Das Segment-Betriebsergebnis stieg um 11,5 % auf 32,1 Mio €. Möglich war dieses gute Resultat durch ein optimiertes Forderungs- und Bestandsmanagement, maßvolle Kosten-steigerungen sowie die Auflösung einer Rückstellung für einen Rechtsstreit in der Türkei.

Ein paar Worte zu den jeweiligen Regionen: In Nordamerika erreichte unser Tochterunternehmen Betaseed aufgrund der regen Nachfrage erstmals einen Marktanteil von über 60 %. Damit konnte KWS die seit vielen Jahren führende Position in diesem wichtigen Markt weiter ausbauen. Positive Impulse und deutliche Zuwächse verspürten wir in Osteuropa - insbesondere der Russischen Föderation - sowie in den Regionen Süd- und Südosteuropa. Hier erzielen wir mittlerweile 10 % des Segmentumsatzes - ein Beleg dafür, dass die Umstellung von Lizenz- auf Direktvertrieb Früchte trägt. Die KWS ist bei Zuckerrübensaatgut nach wie vor unangefochtener Weltmarktführer.

 

Mais: Intensive Marktbearbeitung lässt Umsatz steigen

Das Segment Mais hat auch in diesem Jahr seine Erfolgsgeschichte fortgesetzt. Der Umsatz kletterte auf 172,0 Mio € und übertraf den Vorjahreswert um 5,1 %. Zieht man zudem in Betracht, dass darin bereits Währungsbereinigungen von 15,0 Mio € verkraftet sind, ist das Ergebnis umso beeindruckender. Erstmals steuerte das Maisgeschäft mehr als 40 % zum Gruppenumsatz bei. Im Vorjahr waren es noch 38 %. Das Betriebsergebnis für Mais-Saatgut sank indes von 6,7 auf 4,8 Mio €. Gründe dafür sind neben witterungsbedingten Liefereng-pässen vor allem Investitionen in die Zukunft - konkret: umfangreiche Maß-nahmen zum Aufbau von Direkt-Vertriebsstrukturen und die Gründung von Tochterunternehmen insbesondere in Süd- und Südosteuropa.

Gerade dort versprechen wir uns erhebliches Wachstumspotenzial - zum einen nehmen die Anbauflächen zu, zum anderen wächst die Kaufkraft. In Deutschland war die Nachfrage so groß, dass wir wegen ungünstiger Witterungs-bedingungen in unseren Produktionsgebieten im Vorjahr nicht alle Kunden-wünsche bedienen konnten. In Frankreich schnitten wir besonders gut ab: Neue Sorten führten zu einem Umsatzplus von 47 % und erhöhten unseren Marktanteil deutlich auf fast 10 %. Auch in Nordamerika setzten wir mehr Produkte ab; dort bestellen mittlerweile vier von zehn unserer Kunden gentechnisch verbesserte Maissorten. Besonders erfolgreich ist in Nordamerika eine Sorte, die gegen den sogenannten Maiswurzelbohrer resistent ist. Diesem Schädling ist sonst nur mit Unmengen von Pestiziden beizukommen. Nordamerika ist und bleibt sowohl technologisch als auch kommerziell der weltweit interessanteste Einzelmarkt für Maissaatgut. Folglich beabsichtigen wir, unsere Aktivitäten dort gemeinsam mit unserem französischen Partner Limagrain weiter auszubauen.

 

Getreide: Rückgang bei Roggensaatgut

Das Segment Getreide war im vergangenen Geschäftsjahr vom Rückgang der Roggenanbauflächen betroffen. Durch die anstehende Beendigung der Roggenintervention verminderte sich allein in Deutschland die Anbaufläche um 27 %. Wir konnten durch unsere breite internationale Diversifikation diesen Rückgang teilweise abfedern, mussten uns aber dennoch mit einem um 13,9 % geschmälerten Erlös von 49,6 Mio € begnügen. Der Auslandsumsatz stieg in diesem Segment von 39 auf jetzt 41 %. Das Segment-Ergebnis liegt mit 1,6 Mio € deutlich unter dem Vorjahreswert von 4,2 Mio. €. Gründe sind vorsorgliche Goodwill-Abschreibungen und ein vermindertes Hybrid-Roggengeschäft.

Getreide, und hier namentlich Weizen als von der Anbaufläche her wichtigste Kulturpflanzenart in Europa, wird unter zunehmenden Weltmarktbedingungen auf den europäischen Agrarmärkten seine Stellung behaupten und voraussichtlich ausdehnen. Der Ausbau und die Stärkung unserer Position im Weizen wird deshalb - auch zur Kompensation der Rückgänge beim Roggen - mit Nachdruck vorangetrieben.

 

Züchtung und Dienstleistungen:

Das Segment Züchtung und Dienstleistungen ist für KWS von zentraler Bedeutung. Es ist - wenn Sie so wollen - das Rückgrat unseres Unter-nehmens. Hier werden die neuen Produkte und Sorten entwickelt, die in den vorgenannten Segmenten vertrieben werden. Dass uns das äußerst wichtig ist, sehen Sie auch an der Personalstärke: Rund 700 Menschen forschen und züchten bei KWS. Das Team erwirtschaftete im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 120,9 Mio € nach 122,6 Mio € im Vorjahr. Durch vermehrte Forschungsaufwendungen - die ich nachfolgend erläutern werde - sank das Segment-Ergebnis von 12,1 auf 11,5 Mio €.

Über den Erfolg unserer Züchtungsarbeiten mit der Rekordmarke von 233 Sorten habe ich Ihnen bereits eingangs berichtet. Die Vermarktung neuer, mittels des Einsatzes der Gentechnik verbesserter Sorten, ist uns jedoch in Europa weiterhin versagt. Obgleich das Moratorium zur Zulassung neuer gentechnisch erzeugter Merkmale auf europäischer Ebene offiziell aufgehoben ist, fehlen weiterhin die notwendigen Regelungen auf nationaler Ebene, um allen Beteiligten - sprich Züchtern, Landwirten und Verbrauchern - die notwendige Rechtssicherheit zu geben. Hier besteht dringender Handlungsbedarf, um die zweifelsfrei erwiesenen Vorteile der neuen Produkte auch in Deutschland nutzen zu können. KWS unterstützt deshalb die jetzt ergriffenen Initiativen - wie z. B. in Sachsen-Anhalt - zur Erprobung eines großflächigen Praxisanbaus und sieht die dringende Notwendigkeit einer aktiven Unterstützung dieser oder vergleichbarer Vorhaben durch die Bundesregierung.

In der Initiative des Landes Sachsen-Anhalt sollen praktische Erfahrungen mit dem benachbarten Anbau von gentechnisch veränderten, konventionellen und ökologisch produzierten Pflanzen gesammelt werden.

 

Meine Damen und Herren,

lassen Sie mich an dieser Stelle eine klare Position zur "Grünen Gentechnik" beziehen:

  • Die "Grüne Gentechnik" ist eine zukunftsweisende Methode. Sie sollte dort zum Einsatz kommen, wo sich Problemstellungen in Landwirtschaft und Umwelt mit ihr ausschließlich oder wesentlich besser lösen lassen als dies die klassische Pflanzenzüchtung vermag. So sind zum Beispiel moderne Pflanzenzüchtungen unempfindlicher oder sogar immun gegen Schädlinge und Krankheiten, so dass die Landwirte weniger giftige Bekämpfungsmittel auf die Pflanzen spritzen müssen. Allein in Nordamerika haben schädlingsresistente Maissorten zu einer jährlichen Einsparung von 3.600 Tonnen Insektiziden geführt. Dies entlastet die Umwelt erheblich.
  • Der Gesetzgeber muss klare Rahmenbedingungen schaffen, damit Züchter und Landwirte Rechtssicherheit haben und gleichzeitig Transparenz und Wahlfreiheit für die Konsumenten garantiert sind. Jeder Konsument muss selbst entscheiden können, welches Produkt er kaufen und verzehren möchte. Deshalb halten wir eine Kennzeichnungspflicht für gut und sinnvoll.
  • Wir befürworten, dass nun auch in Deutschland großflächige Anbau-versuche stattfinden. Zugleich haben wir uns jedoch mit einer freiwilligen Selbstbeschränkung verpflichtet, die neuen Produkte nicht vor 2006 zu vermarkten. So können die Ergebnisse eines wissenschaftlich und behördlich begleiteten Praxisanbaus berücksichtigt werden.

Die grüne Gentechnik ist ein Forschungs- und Wachstumsfeld, bei dem Deutschland und Europa nicht den Anschluss verlieren dürfen. Wir treten daher für einen besonnenen und verantwortungsvollen Umgang mit der Grünen Gentechnik auch in Europa ein, damit wir die Chancen dieser Technologie nutzen können, statt nur die in anderen Regionen der Erde unter Einsatz von Gentechnologie produzierten Rohstoffe zu konsumieren.

 

Meine Damen und Herren,

Jahr für Jahr neue Sorten auf den Weg zu bringen, ist das Ergebnis um-fassender Forschung. KWS zählt hier seit Jahren zu den Innovationsführern auf dem Gebiet der Pflanzenzüchtung. Dies gilt gerade auch für die klassische Pflanzenzüchtung. Und auch an Spezialprodukten für den Ökolandbau arbeiten wir. Motiviert von dieser Vision und bestätigt von den Markterfolgen unserer Produkte werden wir unsere Forschungs- und Züchtungsaktivitäten weiter ausbauen. Marktführerschaft in moderner Technologie ist unser Credo. Dieses vielfältige Engagement - so ist unsere Überzeugung - sichert der KWS SAAT AG auch in den nächsten Jahren eine führende Marktstellung und hohe Kundenzufriedenheit.

 

Aussichten:

Abschließend will ich meine Ausführungen mit einem Ausblick. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir eine Reihe von Weichen gestellt und das Unter-nehmen KWS gestärkt. Den Ausbau der Marktposition wollen wir auch in Zukunft fortsetzen und schneller als unsere Wettbewerber wachsen. Wir sind das einzige deutsche Unternehmen, das unter den "Top Five" im internationalen Wettbewerb erfolgreich mitspielt. Die Herausforderung ist es, diese Position langfristig zu sichern bzw. zu verbessern.

Ihre Frage, wie wir das tun wollen, will ich an dieser Stelle gleich vorwegnehmen. KWS hat drei Stoßrichtungen für künftiges Wachstum definiert:

  • unser Sortenprogramm erweitern durch eigene Forschung als auch durch Forschungspartner
  • Marktanteile in den Segmenten Mais und Getreide hinzugewinnen
  • Wachstumsregionen weiter ausbauen

KWS zeichnet sich schon heute durch ein hohes Sortenangebot besonders aus. Diesen Vorsprung wollen wir weiter ausbauen. Mit unvermindertem F&E-Aufwand forschen und züchten wir, um neue Sorten zu entwickeln - Sorten, mit Mehrfachresistenzen gegen Schädlinge, Viren oder Pilzkrankheiten. Dabei sind die konventionelle wie auch die gentechnische Forschung für uns gleicher-maßen wichtig. Die Teilnahme an Forschungsprogrammen und die Zusammenarbeit mit Forschungspartnern - wie zum Beispiel Limagrain - ist ein wichtiger Bestandteil dieser Aktivitäten.

Marktanteile gewinnen und die Marktposition weiter ausbauen können wir insbesondere bei Mais und Getreide. Dort ist noch erhebliches Potenzial vor-handen, die Höhe unterscheidet sich jedoch von Region zu Region. Beim Mais bieten sich die höchsten Wachstumschancen insgesamt. Aber auch im Getreide-Sektor besteht noch Potenzial in Europa, das wir mittelfristig nutzen werden.

Besonderes Augenmerk legen wir auch auf die regionalen Wachstumsmärkte. In Südosteuropa werden wir durch die Umstellung auf Direktvertrieb unsere Präsenz dort verstärken und neue Kunden gewinnen - und zwar in allen Produktsegmenten. In Frankreich können wir die Marktstellung bei Mais deutlich ausbauen - die Erfolge im abgelaufenen Jahr waren nur ein Vorgeschmack. In Deutschland, Großbritannien und Frankreich wollen wir unsere Weizen- und Sommergerstenaktivitäten verstärken.

Insgesamt zählen die USA für uns zum wichtigsten Wachstumsmarkt. Mit unserem Tochterunternehmen BETASEED verfügen wir im Zuckerrübensaatgut-Markt bereits über einen Marktanteil von rund 60 %. Über das Joint-Venture AGRELIANT im Mais-Markt werden wir unsere Marktstellung in Nordamerika ausbauen und den Marktanteil von derzeit knapp 4 % am Gesamtmarkt weiterhin erhöhen. Durch neue Sorten und eine intensivierte Marktbearbeitung wollen wir verstärkt organisch wachsen. Die Nutzung von Akquisitionschancen schließen wir dabei nicht aus.

Dieses sind nur einige der vielen positiven Tendenzen bei KWS. Der Ausblick auf das Geschäftsergebnis für 2003/2004 fällt allerdings nicht ganz leicht. Was am Ende unter dem Strich steht, wird stark von den agrarpolitischen Rahmenbedingungen und der damit verbundenen Entwicklung der Anbauflächen abhängen. Ebenso stellen die internationalen Wechselkurse einen erheblichen Einflussfaktor dar; sie könnten erneut unsere operativen Fortschritte und Erfolge spürbar schmälern. Soviel kann ich aber von unserer Zielsetzung und Orientierung sagen: Wir erwarten einen moderaten Anstieg der Umsatzerlöse und ein weiterhin stabiles Ergebnis.

 

Meine Damen und Herren,

die Zukunftschancen für KWS stehen gut. Durch unsere Eigenständigkeit sind wir in der Lage, diese Chancen flexibel zu nutzen. Dabei gilt es, einen Schritt nach dem anderen zu tun. Unser Denken und Handeln bei KWS ist auf die nachhaltige, langfristige und kontinuierliche Steigerung der Ertragskraft und damit des Unternehmenswertes ausgerichtet. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir zu diesem Ziel auch im neuen Geschäftsjahr eine Menge beitragen können.

Hier will ich schließen und das Wort an meinen Vorstandskollegen Hagen Duenbostel übergeben. Herr Duenbostel ist zuständig für das Finanzressort und hat seit 1. Juli 2003 die Aufgaben von Herrn Beyes übernommen. Er ist seit sechs Jahren im Unternehmen und wird sich Ihnen gleich selber vorstellen, bevor er die wesentlichen Einzelheiten des Jahresabschlusses erläutern wird.

 

- Andreas J. Büchting -

9. Dezember 2003


 
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