KWS
   
 

Ausführungen von

Dr. Hagen Duenbostel
Dr. Hagen Duenbostel

Dr. Hagen Duenbostel
Mitglied des Vorstands der
KWS SAAT AG

anlässlich der Bilanz-Pressebesprechung in Hannover
am Dienstag, 9. Dezember 2003

Vielen Dank Herr Büchting.

Auch ich begrüße Sie herzlich, meine Damen und Herren.

Nun zum Jahresabschluss 2002/03 der KWS Gruppe:

 

KWS baut die Finanzkraft aus und stärkt das Vermögen

Die Finanzkraft der KWS Gruppe stellt sich erneut stark dar. Der Cashflow nach DVFA/SG (nach Steuern) liegt mit 52,1 Mio € auf dem hohen Niveau des Vorjahres von 53,4 Mio €. Aus der guten Liquiditätsentwicklung resultiert zum Bilanzstichtag eine Verbesserung der Netto-Cash-Position um 6,7 Mio € auf 42,8 Mio €. Die auf 31,0 Mio € zurückgeführten Bankverbindlichkeiten sind bereits abgezogen. Die Bankschulden der KWS Gruppe konnten seit 1999 halbiert werden. Mit 28,5 Mio € ist der überwiegende Teil der Kredite langfristig aufgenommen. Erfreulich ist außerdem die Entwicklung des Leverage. Die Relation der Bankschulden zum EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) ist innerhalb der vergangenen drei Jahre um die Hälfte gesunken und beträgt nur noch 43,6 %.

Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit ist um 32,5 Mio € geringer ausgefallen als in 2001/02. Im Vorjahr hatten wir noch höhere Cash-Earnings und Erhöhungen der kurzfristigen Rückstellungen sowie Verminderungen der Vorräte und Forderungen. Das hatte sich positiv ausgewirkt.

In 2002/03 sind hingegen Mittel in Höhe von 6 Mio € durch verringerte Rückstellungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen abgeflossen. Gleichzeitig sind durch eine Erhöhung der Forderungen mehr Finanzmittel gebunden worden, so dass sich letztlich der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit von 67,5 Mio € auf 35,0 Mio € vermindert hat.

Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit betrug insgesamt 17,9 Mio €; im Vorjahr waren es noch 36,2 Mio €. Aus der Finanzierungstätigkeit flossen der KWS Gruppe erneut rd. 14 Mio € ab. Flüssige Mittel und Wertpapiere des Umlaufvermögens sind zum Bilanzstichtag mit knapp 74 Mio € auf Vorjahreshöhe. Die Bilanzsumme bleibt ebenfalls annähernd konstant mit 431,0 nach zuvor 430 Mio €.

Der erneut sehr gute Jahresüberschuss in Höhe von 28,9 Mio € stärkt das Eigenkapital auf einen Höchststand von 226,1 Mio €. Hieraus ergibt sich eine Eigenkapitalquote von 52,5 %. Der Deckungsgrad des Anlagevermögens verbessert sich von 170,8 auf 187,3 %. Der hohe Grad der Eigenfinanzierung verschafft der KWS Gruppe damit die notwendige Handlungsfreiheit, um in den wettbewerbsintensiven Märkten auch weiterhin erfolgreich sein zu können.

 

Erträge knüpfen an das hohe Niveau des Vorjahres an

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) hat das Vorjahr leicht übertroffen und beläuft sich nach 70,0 nun auf 71,1 Mio € . Das Betriebsergebnis von 50,0 Mio € liegt dabei auf dem Niveau des Vorjahres. Die gute Ertragslage zeigt sich auch mit dem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit mit 50,9 Mio € und zieht sich durch bis zum Jahresüberschuss von 28,9 Mio €. Im Vorjahr schloss die KWS Gruppe mit 29,7 Mio € nach Steuern ab. Nach Bereinigung außerordentlicher, periodenfremder Geschäftsvorfälle errechnet sich ein Ergebnis nach DVFA/SG in Höhe von 25,5 Mio €. Das Ergebnis DVFA je Aktie beträgt 38,66 € nach 41,12 € im vorangegangenen Geschäftsjahr.

Die Rentabilität der KWS Gruppe zeigt sich erfreulich stabil. Die Umsatzrendite liegt bei 6,8 %. Die Verzinsung des eingesetzten betriebsnotwendigen Vermögens (Return on Capital Employed) erreichte noch gute 17,5 % nach 18,2 % im Vorjahr.

Die Wertschöpfung belief sich auf 151,7 Mio €, im Vorjahr waren es 153,8 Mio €. Davon erhielten in diesem Jahr die Mitarbeiter 97 und die Banken 3,8 Mio €. Der Fiskus war mit 22,0 Mio € beteiligt. Den Aktionären fließen 7,3 Mio € im Rahmen von Ausschüttungen zu. Konzernfremde Gesellschafter erhielten 0,8 Mio €. 20,8 Mio € wurden zur Stärkung des Unternehmens thesauriert.

 

Währungseinflüsse bremsen internationales Umsatzwachstum

Der KWS Gruppenumsatz von 424,3 Mio € ist durch Währungseinflüsse um 24,7 Mio € gegenüber dem Vorjahr gemindert. Bewertet zu Durchschnittskursen des vorangegangenen Geschäftsjahres hätte sich ein Umsatzwachstum von 3,5% auf 449,0 Mio € ergeben.

Während das Segment Zuckerrübe wechselkursbelastet im Umsatz mit 196,7 Mio € leicht unterhalb des Vorjahres von 204,9 Mio € abschließt, kann das Segment Mais trotz negativer Währungseinflüsse in Höhe von 15,0 Mio € auf 172,0 Mio € nach 163,7 Mio € im Umsatz zulegen. In den Erlösen sind Technologielizenzen in Höhe von 8,1 Mio € für gentechnisch verbesserte Sorten enthalten, die im nordamerikanischen Maismarkt abgesetzt wurden. In den vorangegangenen Jahren wurden nur die Deckungsbeiträge aus diesen Lizenzgeschäften berücksichtigt.

 

Veränderungen des Konsolidierungskreises

In den Gruppenabschluss wurden neben der KWS SAAT AG 41 (36) Tochter- und Beteiligungsgesellschaften einbezogen; sie sind also entsprechend ihrem anteiligen Eigenkapital im Abschluss der KWS Gruppe enthalten. 35 (30) Gesellschaften wurden voll- und 4 (4) quotenkonsolidiert. Weitere 3 (3) Gesellschaften sind per Equity-Methode in den Abschluss der KWS Gruppe einbezogen. Wir haben im Rahmen der direkten Marktbearbeitung in den Wachstumsregionen Süd- und Südosteuropa Vertriebsgesellschaften in Rumänien, Kroatien, Jugoslawien und Spanien gegründet. Eine weitere Gesellschaft wurde in der Türkei für die Produktion und für den Vertrieb von Zuckerrübensaatgut etabliert.

 

Kosten des internationalen Ausbaus

Der für die KWS bedeutsame Auf- und Ausbau des Segmentes Mais in Süd- und Südosteuropa sowie in Nordamerika verursacht naturgemäß Vorlaufkosten. Mit dem Aufbau von Vertriebsstrukturen und den Gründungen eigener Gesellschaften sowie der Etablierung bzw. dem Ausbau eigener Zuchtprogramme in den Regionen verkraftete die Gruppe erhebliche Belastungen, die sich erst in den kommenden Jahren bezahlt machen. Da zudem die Züchtung einer neuen Sorte, abhängig von den jeweiligen Standortbedingungen 10 – 15 Jahre benötigt, drücken sich diese Anstrengungen zurzeit in gestiegenen Funktionskosten aus.

Im Getreide stärkt Lochow-Petkus die Weizen und Gersteaktivitäten in Frankreich, Großbritannien und Polen. Durch die Beendigung der Roggenintervention ist der Preis für Konsumroggen um 27 % gesunken. Lochow-Petkus konnte ihren Marktanteil zwar behaupten, die rückläufigen Anbauflächen führten jedoch zu Absatz- und Umsatz- sowie Ertragseinbußen.

 

Investitionen

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden verschiedene Rationalisierungs- und Ersatzinvestitionen durchgeführt. Das Gesamtvolumen von 20,7 Mio € liegt damit deutlich unter dem Vorjahresniveau von 34,2 Mio €. Im Wesentlichen ist dies auf die umfangreichen Investitionen des Vorjahres in Nordamerika zurückzuführen, mit denen wir unsere Anteile am Joint Venture AgReliant von 34 % auf 50 % aufgestockt haben.

Die Investitionen des Geschäftsjahres sind zu knapp 2/3 in Deutschland getätigt. Hierzu zählt in Einbeck ein neuer Betriebshof für die Züchtung sowie der Neubau des Verwaltungsgebäudes, das Anfang Dezember fertiggestellt und bezogen wurde. Darüber hinaus wurde ein neuartiges mobiles Zuckerrübenlabor entwickelt.

Aufgrund der Aufstockung der Beteiligung an einer inländischen Vertriebsgesellschaft von 76 % auf 100 % sind unsere bilanzierten Firmenwerte angestiegen. Dieser Goodwill wird planmäßig über zehn Jahre abgeschrieben. Im Geschäftsjahr 2002/03 waren die gesamten Abschreibungen erstmals höher als die Investitionen. Im Geschäftsjahr 2003/04 und in den Folgejahren werden voraussichtlich die Investitionen wieder überwiegen.

 

Dividende erneut 11,00 € je Stückaktie

Für das Geschäftsjahr 2001/02 haben wir 11,00 € je Stückaktie ausgeschüttet, das sind insgesamt 7,3 Mio €. Der Jahresüberschuss der KWS SAAT AG beläuft sich im Geschäftsjahr 2002/03 auf 14,7 Mio € nach 14,6 Mio € im Vorjahr.

Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung 2004 erneut die Ausschüttung einer Bardividende in Höhe von 11,00 € je Stückaktie vorschlagen. Aus dem Jahresüberschuss der AG von 14,7 Mio € würde folglich rund die Hälfte (7,3 Mio €) ausgeschüttet werden. Die andere Hälfte des Jahresüberschusses soll den Gewinnrücklagen zugeführt werden.

Summa summarum hat sich die KWS Gruppe auch im Geschäftjahr 2002/03 gut behauptet. Zur nach wie vor hervorragenden Ertragskraft hat sich darüber hinaus die Finanzlage der Gruppe weiter positiv entwickelt. Wir haben eine exzellente Bonität und eine starke Kapitalstruktur. Durch eine angemessene Gewinnthesaurierung tragen wir auch weiterhin den Herausforderungen des erforderlichen und geplanten Wachstums des Unternehmens in angemessenem Umfang Rechnung. KWS bleibt damit fit für das stärker werdende Wettbewerbsumfeld. Auf dieser Grundlage blicken wir trotz der agrarpolitischen Umwälzungen optimistisch in die Zukunft.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

 

- Dr. Hagen Duenbostel -

9. Dezember 2003


 
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