KWS
   
 

Ausführungen von

Dr. Hagen Duenbostel
Dr. Hagen Duenbostel

Dr. Hagen Duenbostel
Mitglied des Vorstands der
KWS SAAT AG

anlässlich der Bilanzpressebesprechung in Hannover
am Donnerstag, 30. Oktober 2008

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

auch ich begrüße Sie recht herzlich hier in Hannover.

Philip von dem Bussche hat Ihnen die Highlights unseres erfolgreichen Geschäftsjahres 2007/2008 soeben vorgestellt. Ich möchte Ihnen darüber hinaus noch einige Details unseres Jahresabschlusses erläutern. Mit unserer breiten Produktpalette sind wir im internationalen Markt für zertifiziertes Hochleistungs-saatgut gut aufgestellt. Zudem haben wir auch von der zunehmenden weltweiten Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten profitiert. Das hat unseren Gruppenumsatz um 11 % auf 600 Mio € vorangebracht. Das Betriebsergebnis konnte diesem prozentualen Wachstum mit plus 10 % auf gut 70 Mio € folgen. Damit haben wir den hervorragenden Return on Sales aus dem Vorjahr von annähernd 12 % wieder geschafft. Den Ergebnisrückgang im Bereich Zuckerrüben und die Belastungen aus dem schwachen Wechselkurs des US-Dollar haben wir durch das kräftige Gewinnwachstum im umsatzstärksten Unternehmensbereich Mais sowie dem ertragsstarken Segment Getreide mehr als kompensiert.

Das Betriebsergebnis markiert eine neue Bestmarke

Das Betriebsergebnis der KWS Gruppe markiert eine neue Bestmarke. Allerdings sorgten die Auswirkung der Zuckermarktreform, höhere Stückkosten bei Zuckerrübensaatgut und negative Währungseinflüsse dafür, dass das Segmentergebnis Zuckerrüben um 20 % auf 28 Mio € zurück ging. Die Umsatzrendite des Segments konnte dabei mit 14,4 % noch auf einem zufriedenstellenden Niveau stabilisiert werden. Zu berücksichtigen ist, dass im Vorjahr die außerordentlich hohe Umsatzrendite von 17 % durch die Vermarktung bereits wertberichtigter Vorräte begünstigt war.

Unser Maisgeschäft entwickelte sich in allen Regionen sehr erfreulich. Insbesondere in der strategischen Wachstumsregion Südosteuropa, aber auch in dem Heimatmarkt Deutschland sowie dem größten europäischen Agrarmarkt Frankreich, sind wir kräftig gewachsen. Die guten Umsätze und noch vergleichsweise günstige Produktionskosten für die Saatgutvermehrung ließen das Segmentergebnis Mais um 74 % auf 23 Mio € anwachsen. Damit trägt das Maisgeschäft inzwischen ein Drittel zum Gesamtergebnis der KWS Gruppe bei. Die EBIT-Marge verbesserte sich von 5 % auf 7 %.

Der europäische Getreideanbau belebte sich 2008 aufgrund der stark gestiegenen Getreidepreise. Bei der KWS LOCHOW stieg der Absatz von Hybridroggen um ein Drittel. Ebenfalls positiv entwickelte sich der Absatz von Wintergerste, während im Weizengeschäft geringfügige Marktanteilsverluste zu verzeichnen waren. Das Segment Getreide steigerte das Betriebsergebnis beträchtlich um rund 70 % auf 9 Mio €. Mit einer Umsatzrendite von 13 % verbesserte sich die Ertragskraft deutlich im Vergleich zum Vorjahreswert von 10 %.

Das Ergebnis des Segments Züchtung & Dienstleistungen erreichte bei höheren Lizenzerträgen aber auch deutlich gestiegenen Kosten der Produkt- und Markenentwicklung mit 10 Mio € nur das Vorjahresniveau.

Finanzergebnis profitiert von Basiseffekt und Beteiligungsverkauf

Meine sehr geehrten Damen und Herren, das Finanzergebnis hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 11,3 Mio € von minus 6,0 Mio € auf nun plus 5,3 Mio € verbessert. Hervorzuheben ist dabei, dass hier der Veräußerungsgewinn aus dem Verkauf unseres Kartoffelengagements Anfang des Geschäftsjahres in Höhe von 5,8 Mio € enthalten ist. Zudem profitierte das Zinsergebnis von der deutlich höheren Liquidität und dem gestiegenen Zinsniveau. Ferner war das Finanzergebnis im Vorjahr durch die Ausfinanzierung von Pensionszusagen mit 3,1 Mio € einmalig belastet.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit legte somit um 30 % auf 75 Mio € zu.

Jahresüberschuss steigt überproportional

Begünstigt durch die Unternehmenssteuerreform 2008 und die steuerfreien Erträge erhöhte sich der Steueraufwand mit plus 6 % auf 21 Mio € nur unterproportional zum Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Damit sank die Konzernsteuerquote von 34,0 % im Vorjahr auf aktuell 27,6 %.

In der Folge stieg der Jahresüberschuss der KWS Gruppe um 43 % auf 55 Mio €. Die Umsatzrendite nach Steuern verbesserte sich um 2 Prozentpunkte von 7,1 % auf erfreuliche 9,1 %. Nach Abzug der Ergebnisanteile Dritter legte das Ergebnis je Aktie der Gruppe auf 7,74 € zu. Im Vorjahr waren es 5,61 €.

Liquide Mittel um zwei Drittel auf 113 Mio € angestiegen

Die hohe Finanzkraft der KWS Gruppe zeigt sich auch in dem gestiegenen Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit. Dieser erhöhte sich um 46 % auf 75 Mio €. Bei einem Mittelabfluss für Investitionen von 30 Mio € und Zahlungseingängen aus der Veräußerung der Kartoffelaktivitäten ergibt sich ein Free Cashflow von 57 Mio € – mehr als doppelt soviel wie im Vorjahr.

Die liquiden Mittel einschließlich der Wertpapiere erhöhten sich um zwei Drittel auf 113 Mio €. Nach Abzug der Finanzverbindlichkeiten konnte das Jahr mit einem Net Cash-Bestand von 106 Mio € abgeschlossen werden. Das Net Working Capital konnte im Geschäftsjahr leicht verringert werden. Insgesamt entfielen auf Vorräte und Forderungen mit 310 Mio € rund 46 % des Gesamtvermögens. Im Vorjahr waren es 48 Prozent.

Um unsere Marktposition zu verteidigen und weiter auszubauen, investieren wir permanent in die Verbesserung der Saatgutqualität sowie in den Ausbau der Züchtungs- und Produktionskapazitäten. Im Berichtsjahr erhöhte KWS die Investitionen um mehr als 10 % auf 30 Mio €. Damit übertrafen die Investitionen erneut deutlich die Abschreibungen von 17 Mio €. Die größten Einzelinvestitionen waren eine Aufbereitungsanlage für Maissaatgut in Rumänien, Gewächshäuser und die Erweiterung des Bürogebäudes in Einbeck.

Mit 60 % Eigenkapitalquote solide finanziert

Die Eigenkapitalquote in der KWS Gruppe blieb mit knapp 60 % stabil. Das ist ein entscheidender Erfolgsfaktor, der sich aus dem konservativen Finanzmanagement eines unabhängigen Familienunternehmens ergibt. Mit knapp 400 Mio € deckt das Eigenkapital die langfristigen Vermögenswerte sowie die Vorräte vollständig ab. Die Betriebsmittelfinanzierung im Rahmen des bestehenden Syndicated Loans wurde aufgrund der guten Cashflow-Situation nur zu 38 % unterjährig in Anspruch genommen.

Positiver Ausblick

Meine Damen und Herren, ich komme nun zum Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr 2008/2009:

Derzeit rechnen wir mit einem Umsatzanstieg von bis zu 10 %. Im Segment Zuckerrüben wollen wir in der EU-27 in diesem Geschäftsjahr unseren Zuckerrübensaatgutabsatz auf dem Niveau des Vorjahres 2007/2008 stabilisieren. Wachstumschancen sehen wir dabei vor allem in Osteuropa.

Sinkende Konsumpreise für Getreide und Mais erhöhen inzwischen wieder das Interesse der Landwirte am Zuckerrübenanbau. Darüber hinaus planen wir in den USA eine Ausdehnung des Absatzes unserer neuen herbizidresistenten Roundup Ready Zuckerrübensorten. Steigende Herstellkosten aus der Produktion 2008 werden das Segmentergebnis belasten, so dass dieses im Saldo auf der Höhe des Vorjahres zu erwarten ist.

Durch die Ausweitung des Absatzes in Frankreich, Südost- und Südeuropa sowie in Amerika planen wir in unserem Segment Mais einen Anstieg des Umsatzes. Das Segmentergebnis wird jedoch durch deutlich höhere Produktionskosten belastet. Das sehr gute Vorjahresergebnis im Segment Mais kann damit aus heutiger Sicht nicht ganz gehalten werden.

Im Segment Getreide rechnen wir vor allem mit Absatzsteigerungen bei Hybridroggen in Deutschland und Polen. Insgesamt werden der Umsatz und das Ergebnis in diesem Segment ihren positiven Trend fortsetzen.

Unser Kartoffel-Joint-Venture Van Rijn – KWS strebt einen Umsatz von 30 Mio € an, welcher zu 50 % im Segment Züchtung & Dienstleistungen der KWS Gruppe konsolidiert wird. Wir rechnen bereits im ersten Geschäftsjahr mit  einem ausgeglichenen Ergebnis.

Für die KWS Gruppe insgesamt erwarten wir somit bei einem Umsatzanstieg von bis zu 10 % ein Ergebnis, das an das hohe Niveau des Vorjahres heranreichen wird.


Hagen Duenbostel

Hannover, den 30.10.2008


 
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