Deutschland Innovation Methoden der Pflanzenzüchtung Gentechnik Forschungsprojekte

Forschungsprojekte

Gentechnik ist eine wichtige Technologie zur Ergänzung der traditionellen klassischen Pflanzenzüchtung. Sie kann dort zum Einsatz kommen, wo deren herkömmliche Methoden an ihre Grenzen stoßen, z. B. weil eine geforderte Eigenschaft innerhalb der kreuzbaren Verwandtschaft einer Art nicht verfügbar ist, somit können artübergreifende Eigenschaften nutzbar gemacht werden.


Selektion transgener Zuckerrüben in der Petrischale
Selektion transgener Zuckerrüben in der Petrischale

Die Schwerpunkte unserer eigenen gentechnischen Forschungsarbeiten liegen auf der Entwicklung von Krankheitsresistenzen, z.B. Pilzresistenz bei Zuckerrübe (u.a. Cercospora), Kartoffel (Phytophthora) und Weizen (u.a. Fusarium), sowie Virusresistenz bei Zuckerrübe (Rizomania). Ein weiteres gentechnisches Forschungsprojekt ist die Erzeugung von Winterrüben mit dem Ziel eine Ertragssteigerung herbeizuführen. Dabei muss allerdings beachtet werden, dass eine Regulierung der Blütezeit notwendig ist und dass die Zuckerrüben eine gewisse Kälte- bzw. Frostverträglichkeit bekommen.

Als erste gentechnisch verbesserte Zuckerrübe wurde die Roundup Ready ® Zuckerrübe 2007 auf dem nordamerikanischen Markt eingeführt. Im Jahr 2008 wurden bereits auf ca. 60 % der nordamerikanischen Anbaufläche Roundup Ready  ® Zuckerrüben angebaut. In 2009 erfolgte eine Ausdehnung auf über 95 % - das entspricht mehr als die gesamte derzeitige Anbaufläche von Zuckerrüben in Deutschland.

Diese Zuckerrübe weist eine Toleranz gegen den herbiziden Wirkstoff Glyphosat auf. Sie ist nach umfangreicher Charakterisierung und behördlicher Prüfung bisher in den USA, in Kanada und in Japan zum Anbau zugelassen worden. Des Weiteren liegen mittlerweile in der EU und elf weiteren Ländern die Genehmigungen für den Import von aus diesen Zuckerrüben gewonnenen Produkten für eine Lebens- und Futtermittelverwendung vor.

Gentechnische Merkmale bei Mais (Insektenresistenz, Herbizidtoleranz) werden durch Lizenznahme von transgenen „Prototypen“ und deren Integration in die eigene Züchtung realisiert. Als erste für KWS in Deutschland zugelassene sog. Bt-Mais-Sorte ist hier „KURATUS“ zu nennen, die eine Resistenz gegen den Maiszünsler aufweist.