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Die Roggenstimmen - Vielfältigkeit des Roggens

19 Wochen - 19 Stimmen
19 Wochen - 19 Stimmen

Seit Mai hat wöchentlich eine Person rund um die Wertschöpfungskette des Roggens ein Statement aus den Bereichen Züchtung, Anbau, Nutzung und Markt abgegeben. Nun ist das Projekt beendet und Zeit, die unterschiedlichen Meinungen zusammenzufassen.
 

Züchtung
Die KWS Hybridroggenzüchter Dr. Peer Wilde und Brigitta Schmiedchen haben Einblick in aktuelle Themen der Züchtung gegeben. Wichtige Themen sind die Verbesserung der Resistenzen, der Stresstoleranz und der Nutzungseffizienz. Das Ziel bei geringem Input das hohe Ertragspotenzial auszuschöpfen zeigt sich schon in den Neuzüchtungen und wird weiterhin verfolgt.

Anbau
Das sich Roggen im Anbau lohnt, dabei sind sich Dr. Ute Kropf, Fachhochschule Kiel, Michael Baumecker, Humboldt-Universität zu Berlin, Marc Röbbing, Landwirtschaftliche Spezialberatung Rotenburg, und Morten Haastrup, KWS Skandinavien, einig. Dr. Ute Kropf betonte, dass Hybridroggen durch seinen Züchtungsfortschritt in der Ertragsstärke und -sicherheit auch auf mittleren Böden an Weizen und Gerste vorbei gezogen sei. Die gleiche Ansicht vertritt Marc Röbbing und betont zudem die gute Nährstoff- und Wassereffizienz. Diese Kombination bietet laut Morten Haastrup die Möglichkeit eines wirtschaftlichen Getreideanbaus. Die besondere Ertragsstabilität des Hybridroggens ist laut Michael Baumecker der Grund, weshalb der Roggen die traditionelle Anbaukultur auf den von Trockenstress gefährdeten Standorten sei.
Dass der Roggen ebenfalls im ökologischen Landbau eine wichtige Rolle spielt, belegen die Statements von Bettina Jorek, KWS, und Christoph Müller, Landwirt. Hier seien neben der Ertragshöhe und -stabilität auch die geringen Standortansprüche und das Unkrautunterdrückungsvermögen wichtige Argumente.

Nutzung
Roggen bietet verschiedene Nutzungswege, dies macht auch die Breite der Aussagen sichtbar.
Die klassische Verwendung als Brotgetreide ist auch heute noch wichtig: Laut Andreas und Jonas Engel, Inhaber der Oldendorfer Mühle, ist Roggenmehl  Bestandteil einer gesunden Ernährung und trägt durch den geringen Produktionsmitteleinsatz in der Erzeugung zu einer nachhaltigen Produktion bei.
Dass Roggen ein ideales Futtermittel für Schweine ist bestätigen neben Dr. Gerhard Stalljohann, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, auch die Landwirte: Claus Drejer aus Dänemark, Andreas Forster aus Bayern und Kai Doose aus Schleswig-Holstein. Sie alle betonen die vergleichsweise niedrigen Produktionskosten und damit die Möglichkeit für eine wirtschaftliche Schweinefütterung. Weitere Pluspunkte seien die Möglichkeit einer N-reduzierten Fütterung und die gute biologische Leistung und Schlachtkörperqualität.
Eine alternative Einsatzmöglichkeit ist die Nutzung für die Biogasproduktion. Als praktizierender Landwirt stimmt Christoph Plass aus Brandenburg mit der Feststellung von Lars Stahmer und Ibeling van Lessen, Geschäftsführer des Beratungsbüros IBS GmbH, überein: Roggen sei eine ideale Ergänzung zu Silomais. Für Christoph Plass sind die Risikostreuung und das hohe Ertragspotenzial die ausschlaggebenden Argumente. Für Lars Stahmer und Ibeling van Lessen bieten sowohl Roggen-GPS als auch Körnerroggen Möglichkeiten als Biogassubstrat.

Markt
Katja Bickert, Bruchenbrücken-Agrar GbR, Dr. Reimer Mohr, Hanse Agro Unternehmensberatung, Wienke von Schenck, AMI GmbH, und Thomas Blumtritt, KWS Getreide, haben während der Laufzeit der Roggenstimmen den Roggenmarkt beleuchtet. Katja Bickert und Dr. Reimer Mohr stimmen in ihrer Analyse überein, dass durch knappe Produktion stabilere Preise zu erwarten seien. Dass vor allem Brotroggen gefragt sei und daher der Preis im Vergleich zum Weizen nicht so stark gefallen sei, betont Wienke von Schenck. Thomas Blumtritt zeigt auf, dass Hybridroggen durch die günstige Produktion und die verschiedenen Vermarktungswege im gesamten Anbaugebiet eine wichtige Kultur sei und eine hohe Wertschöpfung biete.


Um es kurz auf den Punkt zu bringen: Es gibt viele Gründe für den Anbau oder Einsatz von Hybridroggen und diese werden durch intensive Züchtung in den nächsten Jahren noch deutlicher. Roggen ist und bleibt ein vielseitiges Getreide!
 



Kampagnenbild Roggenstimmen  

        

             Zu den Roggenstimmen

 

 

 

 

26.09.2016

 

 
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