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Mit Einzelkornsaat zu höheren Kornerträgen?

Das Thema Einzelkornsaat im Getreide weckt bei Landwirten und Technikherstellern immer mehr Interesse. Wie sich die Kornerträge von Weizen und Roggen im Vergleich von Drill- zu Einzelkornsaat verhalten, wurde in einem dreijährigen Parzellenversuch von KWS Getreide gemeinsam mit der Humboldt-Universität zu Berlin, der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, der Landesforschungsanstalt Mecklenburg-Vorpommern und der Kverneland Group getestet. Die Mehrerträge in der Einzelkornsaat lagen im Mittel bei 4 Prozent im Roggen und 3 Prozent im Weizen.

In den Jahren 2013 bis 2015 stand der Einzelkornsaatversuch an neun Standorten für Roggen und an fünf Standorten für Weizen in Nord- und Ostdeutschland. Hiermit wurden die unterschiedlichen Böden und Witterungslagen abgedeckt. Für die Anlage der Einzelkornsaatparzellen wurde die MiniAir-Nova von Kverneland genutzt. Diese Maschine wurde für den Gemüseanbau konzipiert und hat durch eine Vereinzelung per Lochscheibe eine gute Einzelkornablage bei optimalen Bodenbedingungen.

Die erfassten Ertragsparameter wie ährentragende Halme und Tausendkornmasse unterschieden sich kaum zwischen den Saatverfahren sowohl beim Weizen als auch beim Roggen. Der genannte Ertragsvorteil der Einzelkornsaat gegenüber der Drillsaat ist in dieser Versuchsreihe durch die deutlich erhöhte Kornzahl je Ähre zu erklären. Ertraglich war die Einzelkornsaat der Drillsaat im Durchschnitt über alle Jahre und Orte überlegen. Beim Roggen lag der Ertragsvorsprung in den praxisüblichen Varianten mit 120 – 200 keimfähigen Körnern/m2 bei 4 Prozent und beim Weizen mit 200 keimfähigen Körnern/m2 bei 3 Prozent. Bei Betrachtung der Einzeljahre zeigt sich, dass der Effekt in den Jahren mit insgesamt höherem Ertragsniveau wider Erwarten größer war als in Jahren mit einem geringeren Ertragsniveau. Ebenso waren die Effekte der Einzelkornsaat auf leichteren Böden nicht einheitlich höher als auf den besseren Böden.

Um jedoch eine ökonomische Gesamtbewertung der Einzelkornsaat im Getreide vornehmen zu können, sind neben den eigentlichen Ertragseffekten weitere Faktoren zu berücksichtigen. Durch die optimale Standraumverteilung könnte sich das Mikroklima im Bestand durch eine bessere Belüftung verbessern. In der Folge wäre eine kostengünstigere Bestandesführung mit weniger Krankheiten und dementsprechend weniger Pflanzenschutzanwendungen zu erwarten. Auch eine Verringerung des Stickstoffeinsatzes ist durch eine bessere Ausnutzung von Faktoren wie zum Beispiel Nährstoffe und Wasser möglich.
 

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Alle Informationen zum Versuch und zu den Ergebnissen


13.07.2016

 

 
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