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Mutterkorn im Roggen im Auge behalten

Regional sind während der Roggenblüte Niederschläge gefallen. Dadurch, dass Roggen ein Fremdbefruchter ist und auf Pollenflug angewiesen ist, wird das Risiko einer Mutterkorninfektion erhöht. Durch den Anbau von Sorten mit genetisch erhöhter Pollenschüttung (PollenPlus®-Hybriden) ist der Mutterkornbefall in den letzten Jahren erfolgreich reduziert worden. Jedoch kann durch den großen Einfluss der Witterung das Risiko nicht komplett minimiert werden.

Sortendifferenzierung in der Mutterkornanfälligkeit

Mutterkorn Sorten im Vergleich 2016


Für den Mutterkorngehalt im Erntegut sind Grenzwerte festgelegt:

  • Brotroggen: 500 mg bzw. 0,05 Gewichtsprozent
    (NEU seit 2015: aus dem Richtwert der Intervention ist ein Grenzwert geworden)
  • Futterroggen: 1.000 mg bzw. 0,1 Gewichtsprozent
  • Ethanolroggen: 1.000 mg bzw. 0,1 Gewichtsprozent bei Verwendung der Schlempe als Futtermittel
     

Bei Überschreitung der Werte kann der Abnehmer Abzüge vornehmen bis hin zur Ablehnung der Partie. Seit 2014 sind zur Minimierung des Mutterkorn-Aufkommens offizielle Handlungsempfehlungen veröffentlicht worden. Diese sind in einer Arbeitsgruppe, die vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft initiiert und vom Max Rubner‐Institut geleitet wurde, erarbeitet worden. Hier sind neben den vorbeugenden Maßnahmen wie der Sortenwahl und der Feldhygiene auch Anweisungen für eine Vor-Ernte-Bewertung des Bestandes und die kontrollierte Ernte enthalten. Bitte beachten Sie diese, wenn Sie in einem witterungsbedingten Risikogebiet liegen.

 

27.07.2016

 

 

 
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