Erhalt der Bodenfruchtbarkeit durch reduzierte Bodenbearbeitung – Worauf wir stehen
Der Boden ist die Grundlage unseres Lebens. Der Boden trägt unsere Pflanzen und gibt ihren Wurzeln Halt. Er speichert Nährstoffe, Wasser und Wärme, er ist Lebensraum für eine umfangreiche Flora und Fauna. In den Boden wird das Saatgut eingebettet, so dass das Wachstum beginnen kann.
Der Erhalt der Bodenfruchtbarkeit und Bodenbearbeitungssysteme sind zentrale Themen in den Forschungs- und Beratungsaktivitäten unseres AgroService. Diese Fragestellungen für innovative Bodenbearbeitungssysteme werden in Feldversuchen bearbeitet, um die Interaktionen zwischen Boden und Pflanze zu untersuchen. Aus den Ergebnissen leiten wir Beratungsempfehlungen für die Pflanzenproduktion an die Landwirte ab.
Gerade für den Zuckerrübenanbau bieten sich besondere Chancen. So ist Energieeffizienz auch bei der Bodenbearbeitung ein Thema: Wird bei der wendenden Bodenbearbeitung nur 1 cm Bearbeitungstiefe eingespart, so müssen pro Hektar ca. 100m³ oder 150 t weniger Erde bewegt werden. Eine reduzierte Bodenbearbeitung kann den Boden tragfähiger machen, die Infiltrierbarkeit für Regenwasser erhöhen und vor Erosion schützen. Reduzierte Bodenbearbeitung hat jedoch auch ihre speziellen Herausforderungen – besonders für die Zuckerrübe. Die Böden erwärmen sich langsamer und können das Saatgut weniger gut einbetten. Die angewandte Forschung der KWS verfolgt das Ziel, die Umsetzung dieser Verfahren in die Praxis zu begleiten.
Der AgroService der KWS konnte an den Versuchsstandorten Wetze und Klein Wanzleben sehr wichtige Ergebnisse und Erfahrungen zur reduzierten Bodenbearbeitung gewinnen. Durch intensiven Wissenstransfer – die Versuche sind regelmäßig Ort für Treffen mit Praktikern und Wissenschaftlern – konnte so ein wesentlicher Beitrag zur Etablierung dieser Verfahren geleistet werden. Mittlerweile werden über 30 % der Zuckerrüben in Deutschland in solchen Verfahren bestellt.
