Prozess Saatgutaufbereitung Mais
Die unterschiedlichen Nutzungsrichtungen von Mais als Futter- und Energiemais sowie die große Vielfalt verschiedener Sorten und Reifegruppen im Programm der KWS stellen mit Blick auf die Saatgutproduktion sowie die Produktionssicherung große Herausforderungen dar.Die dezentrale und weitgefächerte Produktionsstruktur resultiert aus den spezifischen Standortanforderungen der zu produzierenden Sorten, der Risikoabsicherung sowie dem Grundgedanken einer Saatgutbereitstellung nach dem Motto „aus der Region, für die Region“. Hinter letzterem steht vor allem das Ziel Transportwege und -kosten sowie den CO2-Ausstoß zu reduzieren.
Als erstes Ernteprodukt der Saatguterzeugung von Hybridmais liegen feldtrockene Maiskolben vor. Diese werden am jeweiligen Aufbereitungsstandort in einem schonenden Trocknungsverfahren auf den zur stabilen Lagerung benötigten, optimalen Feuchtigkeitsgrad getrocknet. Abhängig von der Jahreswitterung und den vorherrschenden Erntebedingungen kann der erforderliche Energieeinsatz für diesen Prozess zwischen den Einzeljahren zum Teil erheblich schwanken. An die Trocknung schließt sich das maschinelle „Rebbeln“ der Kolben an, die Trennung von Maiskörnern und Kolbenspindeln. Nach diesem Prozessabschnitt durchläuft diese Rohware verschiedene Reinigungsschritte.
Die kalibrierte Saatware wird den Kundenaufträgen entsprechend im letzten Aufbereitungsschritt gebeizt. Die Saatgutbeizung ist im Sinne des integrierten Pflanzenschutzes die zielgerichtete Kontrolle von Schaderregern unter Verwendung minimaler Mengen an Pflanzenschutzmitteln. Anders als bei Zuckerrübensaatgut erfolgt keine Pillierung des Maissamens. Wirkstoffrezepturen werden daher nicht auf eine Hüllmasse aufgebracht, sondern werden direkt auf das Saatkorn appliziert. Mit Blick auf die fungizide Ausstattung werden lediglich rund 5 mg Wirkstoff pro m2 ausgebracht. Die Wirkstoffschicht am Saatkorn sichert den Auflauf der jungen Maispflanzen und schützt sie vor Pilzbefall. Damit trägt die Beizung in der Auflaufphase und im Jugendstadium des Maises zur Ertragsabsicherung bei. Die Saatgutbeizung lässt sich im Hinblick auf geringen und effizienten Wirkstoffeinsatz durch kein anderes Pflanzenschutzverfahren ersetzen.
Anschließend wird das Saatgut zu Einheiten mit 50.000 Körnern auf der Basis des Tausendkorngewichtes abgepackt.
Regelmäßige Qualitätsuntersuchungen auf allen Prozessebenen sind selbstverständliche Maßnahmen, die dazu beitragen, die Leistungsfähigkeit der Produkte und deren Unbedenklichkeit für den Naturraum abzusichern. Die KWS MAIS GMBH unterhält langjährige, vertrauensvolle Beziehungen mit ihren Produktionspartnern. Hierbei handelt es sich ausschließlich um ISO zertifizierte Aufbereitungsbetriebe.
