Aktuelles
Produktionskennzahlen Saatgut
Der Prozess der Saatgutaufbereitung erfordert den Einsatz von Ressourcen, z.B. Energie in Form von Strom und Wärme, Wasser sowie weiteren Hilfs- und Betriebsstoffen. Außerdem entstehen Abfälle, Abwässer und Emissionen. Bei der Saatgutaufbereitung zum verkaufsfertigen Saatgut finden mehrere sich aneinander anschließende Prozessschritte an der gleichen Partie, wie die Reinigung der Rohware, Kalibrierung zu einheitlichen Partien, Pillierung und Beizung (Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln) und Verpackung, statt. Diese Prozessschritte für eine Saatgutpartie können in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren stattfinden. Aus diesem Grunde sind der Input an eingesetzten Stoffen hinsichtlich der aufbereiteten Mengen und der dafür verwendeten Hilfs- und Betriebsstoffe, Energie- und Wasserbedarf und der Output an Saatgutmengen als verkaufsfertige Ware, Abfällen, Abwasser und verbrauchter Energie nicht direkt in Beziehung zueinander zu setzen und sind deshalb auch in den Mengen über die Jahre nicht direkt vergleichbar.
Dies wird erschwert durch die Tatsache, dass die Qualität des geernteten Saatgutes zum Zeitpunkt der Ernte entscheidend von den Witterungsbedingungen während des gesamten Wachstumsverlaufes in der Vegetationsperiode abhängig ist. Insofern ergeben sich jährlich nicht unerhebliche Schwankungen in den Mengen des aufzubereitenden Saatgutes und der Mengen, die nach Durchlaufen von verschiedenen Saatgutaufbereitungsschritten inklusive Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln als verkaufswertige Ware über die Zuckerfabriken (Rübensaatgut) und den Landwarenhandel (Mais, Getreide, Öl-und Feldsaaten) an die Landwirte abgegeben werden. Aus diesem Grunde beziehen sich die nachfolgenden dargestellten Kennzahlen auf die tatsächlich an den Handel abgegebenen Mengen im Berichtszeitraum.
Hinzukommt, dass die Aufbereitung des Saatguts insbesondere bei Mais- Getreide, Öl- und Feldsaaten in Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Produktionspartnern, Gesellschaften der KWS Gruppe und externen Dienstleistern in Deutschland und darüber hinaus europaweit erfolgt. Die Erhebung der exakten Ressourcenverbräuche und der Abfall-, Abwasser- und Emissionsmengen im Saatgutaufbereitungsprozess ist daher schwierig, da der Aufbereitungsprozess bei den externen Produktionspartnern und Dienstleistern nicht der Kontrolle von KWS unterliegt. Bisher ist die Erhebung der genannten Kennzahlen nur für den Aufbereitungsprozess von Zuckerrübensaatgut möglich, da die Aufbereitung für den europäischen Markt direkt am Standort in Einbeck erfolgt (siehe Produktionskennzahlen Zuckerrübe).
Im Geschäftsjahr 2010/2011 sind 56.716 t Saatgut in den Verkauf an fremde Dritte gegangen, d.h. an Landwarenhändler oder Zuckerfabriken. Davon entfallen 92,5% auf gebeiztes Saatgut und 7,5 % auf ungebeiztes Saatgut.
Für die verkaufte Menge wurden 407 t Beizmittel (am Saatgut aufgebrachtes Pflanzenschutzmittel) und 863 t Packmaterial (Primärverpackungen und Transportverpackungen) verwendet.
Eine Erhebung und Darstellung weiterer umweltrelevanter Kennzahlen für den Saatgutaufbereitungsprozess bei KWS und im Auftrag von KWS weltweit und über alle Fruchtarten hinweg ist allerdings trotz der genannten Schwierigkeiten in Planung. Ein Konzept für die Erhebung der Kennzahlen ist derzeit in Entwicklung.
Prozess der Saatgutaufbereitung für Zuckerrübe
Für die nächsten zwei Jahre sind weitere Verbesserungen geplant: zum einen die Prüfung weiterer umweltfreundlicher Entsorgungs- und Verwertungsmöglichkeiten für Abfälle aus der Zuckerrüben-Saatgutaufbereitung, zum anderen die Erneuerung der speziellen Abluftreinigungsanlage für pflanzenschutzmittelhaltige Stäube aus dem Aufbereitungsprozess.
Prozess der Saatgutaufbereitung für Mais
Verbesserter Anwender- und Umweltschutz durch erweiterte Warnhinweise
Zur kommenden Saison wird KWS eine Überarbeitung der Kennzeichnung für Saatgutsäcke bei Mais vornehmen. Mit dem Aufdruck erweiterter Warnhinweise sowie zusätzlicher Piktogramme sollen unseren Kunden in überarbeiteter Form leicht verständliche Hinweise auf einen sachgerechten Umgang mit gebeiztem Saatgut gegeben werden. Damit werden Vorgaben erfüllt, die sich aus einer geänderten Pflanzenschutzgesetzgebung der EU ergeben und innerhalb der Saatgutbranche auf europäischer Ebene diskutiert und abgestimmt worden sind.
Prozessoptimierung in der Maissaatgutaufbereitung
Die dezentrale Struktur von KWS in der Maissaatgutproduktion bedingt die Notwendigkeit einer permanenten Überprüfung und Anpassung aller Produktions- und Aufbereitungsprozesse. Hierzu wurde 2010 im Bereich der zentralen Produktionssteuerung in Einbeck ein neuer Aufgabenbereich geschaffen. Dieses Tätigkeitsfeld umfasst die Optimierung von Prozessen in der Saatmaisaufbereitung hinsichtlich Anwenderschutz, Arbeitssicherheit und Ergonomie sowie die Förderung und Etablierung von umweltverträglichen Technologien in der Saatmaisaufbereitung. In diesem Zusammenhang stehen insbesondere die Prozesse der Saatgutbeizung durch kontinuierliche Verbesserungen der Beizmittelapplikation sowie von Beizrezepturen im Vordergrund.
Sorghum-Produktion
Im Rahmen des Anbaus nachwachsender Rohstoffe erfreut sich neben dem Mais auch Sorghum (Hirse) wachsender Beliebtheit. KWS unterhält ein eigenes Zuchtprogramm zur Entwicklung leistungsstarker Biomassehybriden. Seit 2010 erfolgt auch die Organisation der Saatgutproduktion von Sorghum durch die zentrale Produktionsabteilung für Mais in Einbeck. Mit dem Ziel einer kontinuierlichen Verbesserung der Saatgutqualität haben im Geschäftsjahr 2010/2011 Anpassungen (erweiterte Reinigungs- und Kalibrierungsschritte) in der Aufbereitung von Sorghum-Saatgut stattgefunden.
Prozess der Saatgutaufbereitung für Getreide
Eine große Herausforderung ist die augenblickliche Umstrukturierung des Geschäfts mit den Vermehrerorganisationen. Hier wird die Zahl der Vertragspartner vermindert und mit den Verbliebenen werden deutlich über den gesetzlichen Bestimmungen liegende Qualitätsnormen vereinbart, die in unserem akkreditierten Saatgut-Prüflabor überwacht werden. Diese Qualitätsverbesserung führt allerdings zu höheren Preisen, die wiederum das Risiko eines Verlustes an Marktanteilen in sich bergen. Darüber hinaus ist die Bereitschaft der Landwirte gesunken in hochwertiges professionell erzeugtes Saatgut für die Aussaat zu investieren. Wenn die Züchtungsleistung nicht mehr angemessen honoriert wird, wird es allerdings auch immer schwieriger werden den Landwirten neue leistungsfähige Sorten anzubieten bzw. einen Züchtungsfortschritt zu erreichen.
Prozess der Saatgutaufbereitung für Ölsaaten
Im Rahmen der zertifizierten Beizstelle, einem System, welches seitens des Bundesverbandes dt. Pflanzenzüchter (BDP), Industrieverband Agrar (IVA), Deutscher Raiffeisenverband (DRV), Bundesverband Deutscher Saatguterzeuger (BDS) und anderen Verbänden der Saatgutbranche unter dem Namen SeedGuard im Jahre 2011 in Deutschland etabliert wurde, hat KWS einen großen Teil der Saatgutbehandlung in solchen zertifzierten Beizstellen in Deutschland durchführen können. Hierbei werden besonders die Fragen des Anwender- und Umweltschutzes berücksichtigt, indem die Behandlung des Saatguts in professionellen Anlagen erfolgt, die über entsprechende Applikations- und Nachbehandlungstechnologie verfügen. Weiterhin werden nur erfolgreich geprüfte Behandlungsrezepturen verwendet, die Beizmittel und Zusatzstoffe besonders gut haften lassen und bei der Aussaat möglichst geringe Staubentwicklung verursachen. In ausländischen Behandlungsstationen sind die Qualitäten im Vorfeld abgeprüft worden, um sicher zu gehen, dass diese Anlagen dem KWS-Qualitätsanspruch entsprechen.
Im Bereich der Verpackungen wurde besonderes Augenmerk auf den Anwender- und Umweltschutz bei der Aussaat gelegt. So sind in diesem Jahr die Warnhinweise komplett überarbeitet worden und durch eine Initiative der European Seed Association (ESA) mit entsprechenden Piktogrammen versehen worden.
Neue Piktogramme der European Seed Association
