Biodiversität - Vielfalt des Lebens auf der Erde
Vielfalt als Voraussetzung für den Züchtungserfolg
Unter Biodiversität oder biologischer Vielfalt wird die Vielfalt des Lebens auf der Erde und die Variabilität unter lebenden Organismen jeglicher Herkunft verstanden. Biodiversität umfasst auch die Vielfalt der kleinsten Bausteine des Lebens – der Gene. Unter dem für die Pflanzenzüchtung so essentiellen Teil der Biodiversität – den Pflanzengenetischen Ressourcen (PGR) – fasst die Welternährungsorganisation (FAO) genetisches Material pflanzlichen Ursprungs zusammen, das einen tatsächlichen oder potentiellen Wert für Ernährung und Landwirtschaft hat. Der Erhalt, der Zugang und die Nutzung von PGR sind von großer Bedeutung für die Pflanzenzüchtung. Der unschätzbare Wert der Biodiversität wurde von der Konferenz der Vereinten Nationen Umwelt und Entwicklung erkannt und im Jahr 1992 durch die Convention on Biological Diversity (CBD) dargestellt. Für die Besonderheiten des agrarischen Bereichs wurde von der FAO das Abkommen über „International Treaty on Plant Genetic Resources for Food und Agriculture“ verhandelt, das im Jahre 2004 in Kraft trat. Hierüber sollen besonders der Zugang und die Verteilung von Gewinn durch die Nutzung von PGR geregelt werden.
Engagement zur Erhaltung der pflanzengenetischen Ressourcen
Des Weiteren trägt KWS bereits seit vielen Jahren zur Erhaltung und Nutzung des genetischen Materials bei, indem Genbanken beschickt und neue zugelassene Sorten für alle Pflanzenzüchter (Mechanismus des Züchtervorbehalts im Sortenschutz) verfügbar gemacht werden. Dieser ermöglicht es den Pflanzenzüchtern zugelassene Sorten anderer Züchter für eigene Züchtungsarbeiten weiter zu nutzen. Um die pflanzengenetischen Ressourcen für alle Interessenten überall in der Welt zugänglich zu erhalten, sind allerdings vor allem politische Anstrengungen und Entscheidungen dringend erforderlich. KWS engagiert sich daher seit Jahren auf verschiedenen politischen Ebenen.
Dr. Reinhard von Broock, Geschäftsführer von KWS LOCHOW, hat als Mitglied des Beratungs- und Koordinierungsausschusses des Bundeslandwirtschaftsministeriums an den Verhandlungen für den Internationalen Vertrag über pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft der FAO mitgewirkt. Mit diesem Vertrag gibt es seit 2004 ein internationales rechtlich bindendes Abkommen zum geregelten Zugang und Vorteilsausgleich für bedeutende Kulturpflanzenarten.
Daneben hat Reinhard von Broock ehrenamtlich die Pflanzenzüchter im Beirat der Genbank des Leibniz Institutes für Kulturpflanzenforschung, davon vier Jahre als Vorsitzender vertreten. In diese Zeit fiel die Zusammenführung der Genbanken Braunschweig und Gatersleben und die Entwicklung eines Bundesinformationssystems für pflanzengenetische Ressourcen.
