KWS: Nachhaltigkeit Innovation und Nachhaltigkeit Saatgutproduktion

Saatgutproduktion

Saatgutproduktion

Unser Produktionskonzept verfolgt das Ziel unseren Kunden standortspezifisch angepasste Sorten für den Anbau von Zuckerrüben, Mais, Getreide, Öl- und Feldsaaten bei einem gleichzeitig hohen Maß an Saatgutqualität anbieten zu können. Die große Vielfalt dieser verschiedenen Pflanzenarten und der daraus gezüchteten Sorten im Programm der KWS stellen mit Blick auf die Saatgutproduktion und die Produktionssicherung große Herausforderungen dar. Grundsätzlich gliedert sich die Produktion im jahreszeitlichen Zyklus in drei Prozess-Stufen:

 

Absatz- und Vermehrungsplanung

Die Produktion von zertifiziertem Saatgut beginnt mit der Planung der Sorten und Mengen, z.T. bereits schon zwei bis vier Jahre vor dem eigentlichen Jahr des Verkaufs an den Landwirt. Jede Sorte wird in ihrem Anbaupotenzial in den einzelnen Märkten/Ländern geschätzt und der Produktionsbedarf ermittelt. Diese Planungen werden während des gesamten Produktionsprozesses der verschiedenen Kulturen und ihrer Sorten kontinuierlich mit hoher Sorgfalt überprüft und aktualisiert, um den Saatgutbedarf der einzelnen Sorten in hoher Qualität zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig eine Überproduktion zu vermeiden.

 

Feldproduktion

Auf der Basis der Vermehrungsplanung schließt sich – auf die einzelnen Fruchtarten Zuckerrübe, Mais, Getreide, Öl- und Feldsaaten abgestimmt – die Feldproduktion an klimatisch geeigneten Standorten mit vielen landwirtschaftlichen Partnern in Europa an. In den Produktionsverträgen mit diesen Saatgutvermehrern werden Vorgaben zu Produktionsbedingungen und Saatgutqualität festgehalten.

Jede der vorgenannten  Arten erfordert eine mehr oder weniger flächenintensive, spezifische Anbauplanung, die sich an den jeweiligen Befruchtungsverhältnissen der Pflanzen (Selbstbefruchter, Fremdbefruchter) orientiert. Dabei sind auch gesetzlich vorgeschriebene Mindestabstände zu Nachbarflächen, die mit der gleichen Pflanzenart bestellt sind, einzuhalten, um Vermischungen durch Einkreuzungen während der Blühphase mit verwandten Pflanzen zu vermeiden. Die Pflanzenbestände werden während der gesamten Vegetationszeit intensiv beobachtet und betreut.

Im Anschluss an die Ernte erfolgt die Saatgutaufbereitung.

 

Saatgutaufbereitung und -fertigung

Auch der Aufbereitungsprozess erfolgt europaweit in Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Produktionspartnern, Gesellschaften der KWS Gruppe sowie externen Dienstleistern. Die komplexen Vermehrungs- und Aufbereitungsprozesse und das weitreichende Datenmanagement werden durch die Einbecker Zentrale der KWS gesteuert und werden organisatorisch durch das integrierte Managementsystem unterstützt. Dank eines transparenten Informationssystems kann trotz der dezentralen Produktionsstruktur jederzeit Einfluss auf Warenbewegungen genommen werden. Der eigentliche Prozess der Aufbereitung der Rohware orientiert sich an der Beschaffenheit des Saatgutes und der Größe der Saatkörner. Dementsprechend sind die technischen Prozesse an die unterschiedliche Saatgutform von Zuckerrüben, Mais, Getreide, Öl- und Feldsaaten angepasst und darauf ausgelegt  die Samen schonend zu behandeln, damit die Keimfähigkeit nicht beeinträchtigt wird. So betragen z.B. die Aussaatmengen pro Hektar bei Zuckerrüben 3kg, bei Mais 30kg, bei Weizen und Roggen bis zu 160kg und bei Öl- und Feldsaaten 3-20kg.

Die einzelnen Saatgutpartien werden nach der Ernte getrocknet, gereinigt und mit einer vom Landwirt gewünschten Saatgutbeizung durch Pflanzenschutzmittel (Fungizide, Insektizide) versehen, um die auflaufenden Keimlinge vor Befall mit Pilzkrankheiten und vor Schädlingsfraß im Boden zu schützen. Anschließend wird das Saatgut verpackt und an den Kunden ausgeliefert.

Bei den verschiedenen Aufbereitungsschritten entstehen biologische Abfälle. Diese werden je nach ihrer Zusammensetzung (Rückstände  von  Pflanzenschutzmitteln) weiterverwertet oder endgültig beseitigt. Das bei der Aufbereitung entstehende Abwasser wird vor der Einleitung in die Kanalisation gereinigt.

 

Umwelt- und Ressourcenschutz in der Saatgutaufbereitung

KWS betreibt eine eigene Entwicklungsabteilung für Saatguttechnologie, um die Aufbereitungsqualität und das Feldaufgangsverhalten bei der Vielzahl  neuer Sorten stetig zu optimieren. Die Verfahrenstechnologie aller Prozesse wie auch die Hüllmassenrezepte sind das Ergebnis jahrelanger Entwicklung.

Bei der Produktentwicklung werden für die verwendete Hüllmasse in der Pillierung fortwährend organische und mineralische Komponenten geprüft, um die eingesetzten Stoffmengen zu minimieren und Ressourcenschutz zu gewährleisten. Bei den eingesetzten Pflanzenschutzmitteln als Saatgutbeize wird darauf geachtet, dass es sich nur um zugelassene Stoffe handelt, die in umfangreichen Versuchen beim Hersteller und der Zulassungsbehörde die geforderten Zulassungskriterien erfüllen. Damit wird gewährleistet, dass die Umweltauswirkungen, die von gebeiztem Saatgut ausgehen können, ständig minimiert werden. Die Saatgutbeizung ist allerdings notwendig, um dem Landwirt Pflanzenschutzmittelbehandlungen während der Wachstumszeit auf dem Feld in Anzahl und Menge pro ha zu verringern. Die Aufwandmengen an Aktivsubstanz der Pflanzenschutzmittel des Landwirts liegen im Minimum bei ca. 20g / ha Aussaatfläche, im Maximum bis ca. 120g / ha bestellter Fläche.

Darüber hinaus sind wir in der Saatguttechnologie auch in der Entwicklung alternativer Saatgutbehandlungsmethoden tätig. Das Saatgut, das wir für den ökologischen Landbau ohne Pflanzenschutzmittel – also ungebeizt – liefern, soll durch diese Behandlungen einen guten Start zum Wachstum nach der Aussaat haben.

Das Saatgutverkehrsgesetz schreibt auf dem Verpackungsetikett jeder Saatgutverpackung die Angabe der verwendeten Wirkstoffe sowie Warn- und Anwendungshinweise vor. Darüber hinaus hat KWS alle verwendeten Wirkstoffe gelistet und den Giftnotrufzentralen zur Verfügung gestellt. So ist sichergestellt, dass im Vergiftungsfall schnellstmöglich Hilfe geleistet werden kann.

 

Saatgutproduktion Zuckerrübe , Mais, Getreide, Öl- und Feldsaaten

Saatgutvermehrung

Saatgutvermehrung erfolgt im Streifenanbau - Vater- und Mutterpflanzen wachsen in direkter Nachbarschaft

Streifenanbau Mais

Mais

Streifenanbau Zuckerrübe

Zuckerrübe