Vorwort des Vorstands
Sehr geehrte Leser und Freunde des Hauses KWS,
ich freue mich, Ihnen den aktualisierten Nachhaltigkeitsbericht der KWS SAAT AG für das Geschäftsjahr 2010/2011 vorstellen zu dürfen.
Dieser steht auch dieses Jahr wieder unter dem Motto „Zukunft säen“, denn: Pflanzen sind eine ständig nachwachsende Quelle für Rohstoffe und Lebensmittel. Wir entwickeln Sorten aus Pflanzenarten, mit denen die jeweiligen Anbau- und Nutzungsbedingungen optimal ausgeschöpft werden können. Als Saatgutunternehmen leisten wir damit einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung globaler Herausforderungen wie Klimawandel, Nahrungsmittelknappheit und der Endlichkeit fossiler Energiequellen.
Um unseren kontinuierlichen Züchtungsfortschritt, Innovationen und das damit einhergehende dynamische, wirtschaftliche Wachstum der letzten Jahre auch in Zukunft abzusichern, stand das Berichtsjahr 2010/2011 ganz im Zeichen von organisatorischen Veränderungen bei KWS:
So haben wir die internen Strukturen und Prozesse des Unternehmensbereichs F&E grundlegend überarbeitet. In dem neuen Bereich „Research & Development“ arbeiten Züchter und Wissenschaftler zukünftig noch enger zusammen. Forschungsgruppen mit gleichgerichteten Aufgaben können noch besser interagieren. Außerdem wurde die Führungsverantwortung effektiv und effizient aufgeteilt.
Weiterhin haben wir unter dem Motto „Fit for Growth“ unsere interne Organisation weiterentwickelt. Durch die Schaffung von vier regionalen Service-Centern haben wir die Tochtergesellschaften von ihren administrativen Aufgaben entlastet und ihnen dadurch mehr Freiraum für ihr Kerngeschäft, nämlich Saatgutproduktion und den Vertrieb, verschafft. Außerdem haben wir ein zentrales Nachschlagewerk geschaffen, in dem wir die wesentlichen Leitplanken unseres Handelns niedergelegt haben. Diese „Rules, Guidelines und Procedures“ geben ein Verständnis für die Handlungsspielräume und Entscheidungsprozesse innerhalb der KWS.
Es ist ein maßgebliches Prinzip von KWS, dass all unser Handeln im ständigen Bewusstsein unserer unternehmerischen Verantwortung erfolgt. Das heißt, dass unser Handeln nicht nur auf die langfristig gute ökonomische Entwicklung unseres Unternehmens ausgerichtet ist, sondern auch dem Umweltschutz und sozialen bzw. gesellschaftlichen Belangen Rechnung trägt.
Es freut uns daher sehr, dass unsere Bemühungen für Klimaschutz im Berichtszeitraum extern wahrgenommen und wir angesichts unseres Engagements zur Züchtung von Energiepflanzen und Energieeinsparungen in den Prozessen der Saatgutproduktion im Oktober 2010 als Mitglied in die Gruppe der KLIMASCHUTZ-UNTERNEHMEN aufgenommen wurden. Die Initiative würdigt vorbildliche Leistungen im Klimaschutz und dient als Multiplikator-Plattform, um diese bei anderen Unternehmen bekannt zu machen.
Wir wissen, dass wir als innovatives Saatgutunternehmen durchaus auch gesellschaftlicher Kritik ausgesetzt sind, z.B. aufgrund unseres Einsatzes gentechnischer Methoden in der Forschung und Züchtung. Es steht auch in der Diskussion die Züchtung und Nutzung von Pflanzen zur Erzeugung von Energie aus Biomasse. Um zum Hintergrund und den Zielen unseres Handelns aufzuklären und dadurch die öffentliche Akzeptanz für unsere Forschung und Entwicklung zu stärken, engagiert sich KWS bereits seit 1990 für einen kontinuierlichen Dialog mit Interessensgruppen. Der offene, sachlich-kritische und kontinuierliche Informations-, Meinungs- und Erfahrungsaustausch ermöglicht es uns, die Ziele, Methoden und Ergebnisse unserer Arbeit ständig zu reflektieren. So diskutieren wir sämtliche kritischen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben mit unabhängigen Experten der verschiedensten wissenschaftlichen Disziplinen im »Kuratorium Pflanzenzüchtung« oder im „Dialogforum“. Im Berichtszeitraum haben dazu Treffen mit den Mitgliedern dieser Gesprächsrunden zu den Themen Ökologischer Landbau, Ausbildung bei KWS und Landwirtschaftliche Erzeugung aus Sicht des Weltagrarrates stattgefunden. Diesen fruchtbaren Dialog wollen wir auch in Zukunft beibehalten.
Dass es KWS mit seiner gesellschaftlichen Verantwortung ernst nimmt, möchten wir auch mit einem im Berichtszeitraum angelaufenen Biodiversitäts-Projekt in Peru zum Ausdruck bringen. Dieses auf fünf Jahre angelegte Projekt zielt auf den Erhalt pflanzengenetischer Ressourcen für die in Peru besonders wichtigen Kulturarten Mais und Quinoa im Zusammenarbeit mit lokalen Wissenschaftlern ab. Ein weiteres Projekt für Weizen und Gerste in Äthiopien ist derzeit in Konzeption und wird voraussichtlich im kommenden Jahr anlaufen.
Sehr geehrte Leser und Freunde, dies sind nur einige der wichtige Themen, derer sich KWS mit Blick auf seine unternehmerische Verantwortung im Berichtszeitraum angenommen hat. Auf unserer Website finden Sie insbesondere in den Rubriken „Aktuelles“, „Grafiken und Zahlen“ und „Ziele“ weitere wesentliche Maßnahmen und Initiativen von KWS sowie den vollständigen dazugehörigen Leistungsbericht in Form von Kennzahlen.
Ich danke allen, die an der Aktualisierung dieser Nachhaltigkeits-Website mitgewirkt haben und wünsche Ihnen nun eine spannende Lektüre. Für Fragen und Anmerkungen stehen Ihnen unsere Fachverantwortlichen gern zur Verfügung. Wir freuen uns im Übrigen auch, wenn Sie uns Ihr Feedback für unsere Nachhaltigkeitsberichterstattung mitteilen.
Aus Einbeck grüßt Sie im Namen des Vorstands herzlich
Philip von dem Bussche
Sprecher des Vorstands
