Pflanzenzüchtung Wie lange dauert es, eine neue Pflanzensorte zu züchten?

Wie lange dauert es eine neue Pflanzensorte zu züchten?

Das Ziel der Pflanzenzüchter: eine neue Sorte. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass alle Nachkommen die gewünschten Eigenschaften der Eltern aufweisen. Sie sind genetisch homogen. Das bedeutet, alle Nachkommen sind nahezu gleich in Qualität und Aussehen. Getreide wächst gleich hoch, Zuckerrüben haben einen ähnlichen Zuckergehalt, Äpfel ihren typischen Geschmack.

Aber eine neue Sorte entsteht nicht von heute auf morgen. Oftmals vergehen viele Jahre. Pflanzen werden gekreuzt, herangezogen, geprüft und selektiert: Haben sie die gewünschten Eigenschaften ihrer Eltern geerbt? Weisen sie die Qualität auf, die sie haben sollen? Muß noch etwas verbessert werden? Ein weiterer Kreuzungsversuch folgt, dann der nächste und so weiter. Solange, bis die Züchter mit dem Ergebnis zufrieden sind. Und selbst dann kann man das Saatgut noch nicht kaufen. Bevor es als Sorte zugelassen wird, werden weitere Versuche durchgeführt, diesmal vom Bundessortenamt. Und so dauert das ganze Verfahren 10 bis 12 Jahre.

Übrigens ist eine solche kontrollierte Kreuzung mitunter sehr arbeitsaufwendig. Die wichtigsten Kulturpflanzen sind alle zwittrig, haben also männliche und weibliche Organe. Für eine kontrollierte Kreuzung ist es aber notwendig, rein weibliche und rein männliche Pflanzen zu haben. Die Pflanzen müssen also kastriert werden.

Beim Mais ist das einfach. Die männliche und die weibliche Blüte sind auf der Pflanze getrennt. Man kann die männlichen Organe - die Fahne - leicht per Hand entfernen. Die so vorbereiteten Elternpflanzen werden so zusammen angebaut, so dass die kastrierten Pflanzen vom gewünschten Partner bestäubt werden.

Bei anderen Pflanzen ist das viel mühseliger. So muß die Kastration z.B. bei Zuckerrübe oder Roggen mit Schere oder Pinzette an den einzelnen Blüten vorgenommen werden.