Pflanzenzüchtung Selbst-/Fremdbefruchtung

Wer mit wem? Selbstbefruchtung - Fremdbefruchtung

Voraussetzung für die Evolution der Blütenpflanzen ist die geschlechtliche Fortpflanzung.

Dabei werden die weiblichen Fruchtblätter mit dem Pollen der männlichen Staubblätter bestäubt.

Die meisten Pflanzen haben sowohl männliche als auch weibliche Organe. Man könnte davon ausgehen, dass sie sich selbst befruchten können, und tatsächlich: einige können das auch. Bei Selbstbefruchtern kann jede Pflanze ganz allein Nachkommen hervorbringen. Viele unserer Kulturpflanzen sind Selbstbefruchter, z.B. Erbsen, Bohnen, Kartoffeln, Tomaten und fast alle Getreidearten.

In der Natur herrscht jedoch - aus gutem Grund - die Fremdbefruchtung vor. Die Pflanzen brauchen den Wind oder Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und kleine Tiere, die den Pollen von einer Pflanze zur anderen transportieren.

Viele Pflanzen haben ganz spezielle Tricks entwickelt, um Selbstbestäubung zu vermeiden.

Zum Beispiel die Sonnenblume. In ihrem Korb gibt es viele einzelne Blüten. Jede der Blüten hat sowohl weibliche als auch männliche Blütenteile. Sie reifen zeitlich versetzt, zuerst die männlichen, dann die weiblichen. So kann eine Blüte sich niemals selbst bestäuben. Übrigens: Aus jeder dieser Blüten wird später ein Sonnenblumenkern.

Beim Roggen liegen die Dinge anders: die männlichen und weiblichen Organe der Pflanze reifen zwar gleichzeitig, können sich aber nicht befruchten. Man sagt: der Roggen ist mit sich selbst inkompatibel.

Aber der Vorteil der Fremdbestäubung ist groß: In das Erbgut mischen sich immer wieder neue Eigenschaften. Die Pflanze kann sich immer wieder an veränderte Umweltbedingungen anpassen. Die Voraussetzung für die Evolution, für die Selektion, für die Kreuzung.