Saatgut-Aufbereitung
Anschließend erfolgt eine individuelle Polierung der Fraktionen, mit dem Ziel überschüssiges Perikarp (verholzte Fruchtwand) mit keimhemmenden Stoffen zu entfernen und ein weitgehend rundes Saatgut zu erhalten.
Mittels einer Kombination aus Windsichtung und Selektion auf Tischauslesern werden leere Früchte und solche mit nur unvollständig ausgebildeten Samen aus dem Saatgutstrom separiert. Denn nur optimal polierte Früchte mit vollständig ausgebildeten Samen gewährleisten auch unter schwierigen Umweltbedingungen einen hohen Feldaufgang. Die Aufbereitung und Selektion wird durch die Ergebnisse einer routinemäßigen Röntgenuntersuchung unterstützt, die für jede Saatgutpartie ein spezifisches Bild über die Frucht und Samenausbildung liefert.
Über 700 einstellbare Parameter der hoch automatisierten Aufbereitungsanlage werden in Datenbanken gespeichert und unterstützen als selbst lernendes System die Optimierung der Aufbereitung. Am Ende dieses Prozesses beträgt die Ausbeute der von den Vermehrungslandwirten gelieferten Erntemenge nur noch etwa 20%. Das Saatgut ist jedoch zu 100% mit voll ausgebildeten Samen gefüllt, die beste Voraussetzung für den Feldaufgang im kommenden Frühjahr. Im Anschluss an die Aufbereitung werden alle hergestellten Fraktionen auf Keimfähigkeit und Triebkraft untersucht, klassifiziert und zur weiteren Bearbeitung freigegeben.
Die Saatgutaufbereitung ist in der Regel im Februar des Folgejahres abgeschlossen, so dass die Auslastung der Anlagen nur ca. sieben Monate im Jahr beträgt.