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Handeln

Zwischenfrüchte

Wirkungsweise nematodenreduzierender Zwischenfrüchte
Wirkungsweise nematodenreduzierender Zwischenfrüchte
Ölrettich (weiß) und Senf (gelb)
Ölrettich (weiß) und Senf (gelb)

REDUKTION der Nematoden durch Anbau resistenter Zwischenfrüchte!

Der Anbau resistenter Zwischenfrüchte ist ein wichtiges biologisches Bekämpfungsverfahren, um den Aufbau hoher Nematodendichten in engen Zuckerrübenfruchtfolgen zu vermeiden. Bestehende hohe Populationsdichten können sogar gesenkt werden.

Der Effekt kommt durch zwei Wirkungsprinzipien zustande:

1. Unterbrechung des Entwicklungskreislaufes

Nematoden-resistente Zwischenfrüchte üben wie Wirtspflanzen einen Schlupfreiz auf die Larven aus. Es kommt zur Anlockung und Eindringung der Larven in die Wurzeln. Im Gegensatz zu der weiteren Entwicklung in anfälligen Wirtspflanzen ist aber in resistenten Zwischenfrüchten die Bildung eines Nährzellensystems eingeschränkt. Der Nematode kann sich nicht ausreichend ernähren und stirbt ab.

2.Verschieben des Geschlechterverhältnisses

Während wir in anfälligen Wirtspflanzen ein Männchen-Weibchen-Verhätnis von nahezu 1:1 vorfinden, beträgt dieses in resistenten Pflanzen 100:1. Da die Weibchen während ihrer Entwicklung ca. 40-mal mehr Nahrung aufnehmen als die Männchen, ist es weiblichen Tieren bei gestörter Nährzellenfunktion nur vereinzelt möglich, ihren Entwicklungszyklus abzuschließen. Die Folge ist eine Verringerung der Nematodenpopulation.

Als wirkungsvolle Zwischenfrüchte stehen zur Nematodenreduktion verschiedene resistente Gelbsenf- und Ölrettichsorten sowie Buchweizen zur Verfügung. Allerdings beschränkt sich der Anbau resistenter Zwischenfrüchte zunehmend auf Regionen mit guter Wasserversorgung. Der Anbau leistungstarker toleranter Zuckerrübensorten gewinnt daher weiter an Interesse.

WICHTIG: Nur die resistenten Ölrettich- und Senfsorten reduzieren die Populationsdichte. Alle übrigen Sorten dieser Arten tragen zur Vermehrung der Nemtatoden bei!

 

Vermehrung von Heterodera schachtii

Vermehrung von Heterodera schachtii an verschiedenen Wirtspflanzen, dargestellt ist die Anzahl der Eier und larven vor (=Pi-Wert) und nach dem Anbau (=Pf Wert) der genannten Kulturarten.

Quelle: nach Schlang, BBA (verändert)