Ausführungen von
Dr. Dr. h.c. Andreas J. Büchting
Sprecher des Vorstands der KWS SAAT AG
anlässlich der KWS Hauptversammlung am 18. Januar 2005
Meine Damen und Herren,
verehrte Aktionäre der KWS,
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Lassen Sie uns zunächst einen Blick auf die Entwicklung der Saatgutbranche im vergangenen Jahr und dann auf die Positionierung der KWS werfen. Im Anschluss möchte ich Ihnen wesentliche Entwicklungen der KWS aufzeigen und kommentieren, um mit einem Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr abzuschließen.
Die Entwicklung der Saatgutbranche war im vergangenen Jahr geprägt von Konzentrationstendenzen. Dies betraf sowohl den europäischen als auch den US-amerikanischen Markt. Das heißt, dass einige Züchtungsunternehmen bzw. Züchtungsprogramme zum Verkauf standen und von anderen Mitspielern erworben wurden. Auch wir haben uns natürlich solche Gelegenheiten angeschaut, aber mit Gelegenheiten ist das immer so eine Sache. Nach Prüfung diverser Akquisitionsmöglichkeiten haben wir davon Abstand genommen, denn Sie wissen ja: Wir legen vor allem Wert auf die Ertragskraft und nicht auf schieres Umsatzwachstum. Akquisitionen müssen sich rechnen, und das möglichst von Anfang an. Auf ein solches Beispiel komme ich noch zurück.
Die großen Herausforderungen auf den internationalen Agrarmärkten haben selbstverständlich ihre Rückwirkungen auch auf die Zulieferindustrie, von der immer höhere Beiträge erwartet werden zur Produktivitätssteigerung. Kein Produktionsmittel der Landwirtschaft ist so effektiv wie gutes Saatgut. Das weiß jeder Landwirt nicht nur in Europa und den USA, und deshalb sind in allen entwickelten Agrarmärkten heute Pflanzensorten gleichsam Markenprodukte. Sie werden dies sofort nachvollziehen können, wenn Sie sich vergegenwärtigen, dass die Produktivitätssteigerungen unserer Sorten allein durch Züchtungsfortschritte 1 – 2 % pro anno betragen. Es lohnt sich somit für den Landwirt, ein verlässliches, gutes Markenprodukt Saatgut zu kaufen, das sich direkt auf seinen finanziellen Ertrag auswirkt. Und dies hat natürlich wiederum Auswirkungen auf die Züchtungsbranche, weil ein hohes Innovationstempo natürlich auch entsprechend hohe Aufwendungen in der Produktentwicklung nach sich zieht.
Dies ist die eine Seite, sozusagen die Optik der Züchtungsunternehmen. Die andere Seite, nämlich die der Landwirte, darf dabei natürlich nicht außer Acht bleiben. Nehmen Sie z. B. den Zuckerrübenanbau.
Sie alle kennen die Reformvorschläge der EU-Kommission, die durch die Kürzung von Preisen und Quoten eine drastische Reduzierung des Zuckerrübenanbaus in Europa zur Folge haben würden. Wie auch immer die Reform letztlich aussehen mag, die Anbauflächen werden in der EU, unserem Kernmarkt, zurückgehen und damit auch unsere Absatz- und Erlösmöglichkeiten. Dennoch hat KWS sich entschlossen, die Aufwendungen für die Zuckerrübenzüchtung nicht zurück zu fahren, sondern wir haben sie im Gegenteil in den letzten Jahren noch deutlich erhöht.
Sie können natürlich sagen, dass dies zu Lasten der Dividende geht, aber dies wäre eine sehr kurzfristige Betrachtung. Wir sehen es vielmehr als unsere Aufgabe an, als einer der wenigen noch verbliebenen Innovationsträger für den Zuckerrübenanbau dafür zu sorgen, dass die Erzeugung von Zucker aus Rüben auch in Europa eine Zukunft hat. Die Zuckerrübe hat mit die höchste Assimilationsrate aller Kulturpflanzenarten unserer Breitengrade, d. h. dass sie unglaublich produktiv Sonnenlicht, CO2 und Wasser in Blatt- und Rübenmasse und letztlich Zucker umsetzen kann. Jede Zuckerrübe ist ein kleines Sonnenkraftwerk, dessen Produktivität in den letzten 100 Jahren fantastisch gesteigert wurde. Nur wenn dies auch in Zukunft so weitergeht, also wir mit unserer Zuckerrübenzüchtung erfolgreich sind, werden wir in Europa einen nennenswerten und wettbewerbsfähigen Markt für Zuckerrübenanbau halten können.
Oder wie es eine Initiative der Arbeitsgemeinschaft deutscher Rübenanbauerverbände gemeinsam mit anderen Partnern sagt: "Zuckerrübenanbau ist eine deutsche Innovation und Teil unserer Kulturlandschaft. Hierfür lohnt es sich zu kämpfen". Dies sehen wir genau so und wollen durch erfolgreiche Neuzüchtungen unser Teil zum Erfolg mit beitragen.
Für KWS gilt also nach wie vor der alte Spruch:
"Ach was wär das Leben trübe,
hätt’mer nicht die Zuckerrübe!" - Meine Damen und Herren,
die Entwicklung der Agrarmärkte hat stets direkte Auswirkungen auf die Saatgutwirtschaft. Aber gerade auch die Pflanzenzüchtung hat erhebliche Rückwirkungen auf die Agrarmärkte. Nehmen Sie das Beispiel der Innovation durch moderne Verfahren der Bio- und Gentechnik.
Die Nachfrage nach diesen neuen Produkten ist allein im Jahr 2004 weltweit um gute 20 % gestiegen. Das bedeutet, dass diese Spezialsorten nunmehr auf 81 Mio ha angebaut werden. Bei unserem Soja-Saatgut liegt der Anteil dieser Sorten in den USA bereits über 80 % und bei Mais ist etwa jede zweite Sorte, die wir in den USA verkaufen, gentechnisch verbessert. Wir sind allerdings in Deutschland drauf und dran, den Anschluss bei dieser zukunftsweisenden Methode zu verlieren.
Das von der Bundesregierung eingebrachte und inzwischen verabschiedete Gentechnikgesetz stellt eine schwer zu überwindende Hürde für Innovation dar. Forschungsarbeiten für die Praxis werden fortan in Deutschland auf dem Gebiet der Bio- und Gentechnologie sehr erschwert. Das neue Gesetz wird einen jahrelangen Innovationsstau nach sich ziehen und wir werden die ökologischen und ökonomischen Vorteile zunächst dem Ausland überlassen müssen. Trotzdem werden gentechnisch verbesserte Produkte in zunehmendem Maße importiert werden.
Freilandversuche mit interessanten Neuentwicklungen sind unter derartigen rechtlichen Rahmenbedingungen kaum zu verantworten. Wir können gegenwärtig auch keine mit Hilfe der Gentechnik veredelten Sortenprodukte trotz amtlicher Inverkehrbringungsgenehmigung auf den deutschen Markt bringen. Für KWS heißt das konkret, dass wir unsere Forschungsarbeiten auf diesem Sektor reduzieren müssen. Im Ergebnis kann die deutsche Landwirtschaft nicht an entsprechenden Produktivitätsfortschritten partizipieren und zudem werden hoch qualifizierte Arbeitsplätze in der Forschung nicht in Deutschland entstehen – im Gegenteil.
Dies ist eine Entwicklung, die ich persönlich mit großer Sorge um den Standort Deutschland betrachte. Die nächsten Wochen und Monate werden zeigen, ob die Bundesregierung pragmatische Brücken baut, wie sie dies angekündigt hat. Ein pragmatischer und besonnener Umgang mit der Grünen Gentechnik – wie wir ihn in einer freiwilligen Selbstbeschränkung schon seit Jahren praktizieren – würde die Chancen dieser Technologie auch für Deutschland nutzbar machen. Lassen wir uns überraschen, es kann eigentlich nicht schlechter werden.
III. Verehrte Anwesende,
zurück von der großen Politik zur auch nicht mehr ganz kleinen KWS. KWS gehört als einziges deutsches Unternehmen zu den internationalen "Top Five" in der Züchtung landwirtschaftlicher Nutz- und Nahrungspflanzen.
Wir haben diese Position im Vorjahr sowohl bzgl. Umsatz als auch Marktanteilen festigen können. Besonders erfreulich war die Erhöhung des Umsatzes im Segment Mais, welches 11 % zulegte und mittlerweile mit 43 % genau so viel zum Gruppenumsatz beiträgt wie unsere traditionelle Königsdisziplin, die Zuckerrübe.
Die Auslandsquote stieg trotz der ungünstigen Dollarkursentwicklung erneut auf jetzt 71 %; dies unterstreicht, dass wir inzwischen in eine europäische Dimension mit transatlantischen Außenaktivitäten hineingewachsen sind. Dies spiegelt sich übrigens auch hier am Standort Einbeck wider, wo inzwischen ein Dutzend verschiedene Nationalitäten unter unseren Mitarbeitern anzutreffen sind. Von den 180 neuen Arbeitsplätzen in der KWS Gruppe, in der jetzt insgesamt über zweieinhalbtausend Mitarbeiter Lohn und Brot finden, konnten indes nur ganze 7 in Deutschland geschaffen werden. Das heißt nicht, dass wir Deutschland den Rücken kehren, aber das Wachstum findet ganz überwiegend in den ausländischen Märkten statt.
Dies Wachstum ist natürlich auch mit Kosten verbunden. So haben wir insbesondere unsere Vertriebskosten in den USA und in Südosteuropa deutlich erhöht. Hinzu kommt eine unternehmerische Investition in den Vereinigten Staaten, wo wir zum Jahresultimo die Mais-Gesellschaft Producers Hybrids in Nebraska durch unser amerikanisches Joint Venture AgReliant erwerben konnten. AgReliant ist zwar im vergangenen Jahr aus eigener Kraft um 20 % gewachsen, aber wir waren noch relativ schwach aufgestellt im westlichen Corn belt. Die Umsätze von Producers Hybrids von rd. 25 Mio US-Dollar finden überwiegend gerade im westlichen Corn belt mit den Staaten Nebraska, Iowa und South Dakota statt, so dass wir davon ausgehen, dass AgReliant als inzwischen viertstärkstes Maiszüchtungsunternehmen in den USA weiter deutlich auf Wachstumskurs bleibt.
Dies wird auch dadurch unterstrichen, dass die Produktentwicklung von AgReliant ausgesprochen erfolgreich ist. Unsere Produkte brauchen sich hinter keinem Wettbewerber zu verstecken, und das will auf diesem hochkompetitiven Markt schon etwas heißen. Auch in der Zukunft wollen wir in Forschung und Entwicklung weiter investieren - und dies nicht nur in den USA. Wir wollen unseren Kunden neue Wertschöpfungspotenziale in Form von noch produktiveren, resistenteren und damit leistungsstärkeren Sorten bieten. Dabei werden wir eine differenzierte Strategie fahren, nämlich mit und ohne Bio- und Gentechnik.
Meine Damen und Herren, lassen Sie mich noch ein Wort zu den Mitarbeitern der KWS und insbesondere zum Thema Fort- und Weiterbildung sagen. Fort- und Weiterbildung hat bei KWS seit vielen Jahren einen hohen Stellenwert. Doch kann man auf diesem Gebiet sicher nie genug tun. Fortbildung kann man zwar nicht anordnen, aber wir bestärken alle Beteiligten darin, ein eigenes Interesse daran zu entwickeln, nicht nur ihren Job gut zu machen, sondern Fähigkeiten, die in einem schlummern zu wecken und weiter zu entwickeln. Nur so kann man sich für andere interessante Tätigkeiten qualifizieren. Es gehört zum Selbstverständnis der KWS, dass unsere Mitarbeiter nicht in Tätigkeiten arbeiten, die unter ihren Begabungen liegen. Das ist ein hoher Anspruch, aber wir sind gut auf dem Wege.
Auf gutem Wege sind wir auch mit dem Ausbau der Infrastruktur hier auf dem Betriebsgelände in Einbeck. Sie werden bei Ihrem Hereinkommen gesehen haben, dass der alte KWS-Turm einem transparenten Gebäude gewichen ist, welches sowohl für die Mitarbeiter als auch für die Gäste der KWS geeignete Räumlichkeiten durch eine moderne Cafeteria und im ersten Stock auch Besprechungsräume enthält. Sie werden nachher diese Örtlichkeiten gleich testen können, außerdem steht Ihnen letztmalig unsere alte Kantine für das heutige Mittagessen zur Verfügung. Wer also etwas Nostalgie will, der weiß, wohin er sich wenden muss.
IV. Meine Damen und Herren,
lassen Sie mich jetzt noch kurz eingehen auf die Situation der
KWS SAAT AG an der Börse. Sie werden wissen, dass sowohl die Südzucker AG als auch die HypoVereinsbank ihre KWS-Aktien im vergangenen Dezember an institutionelle Anleger veräußert haben. Dadurch ist KWS-Streubesitz von ca. 8 % auf rd. ein Drittel gestiegen.
Dies liegt aus mehreren Gründen im Unternehmens- und auch im Aktionärsinteresse: Das Gewicht der KWS am Kapitalmarkt nimmt zu, die KWS-Aktie wird durch den erhöhten Streubesitz liquider, d. h. sie ist durch die erhöhten Börsen-Umsätze handelbarer und last but not least damit weniger volatil. Die KWS-Aktie wird damit deutlich attraktiver, auch für institutionelle Anleger.
Vielleicht interessiert Sie in diesem Zusammenhang ein kurzer Blick in die Historie. KWS und die ehemalige Hoechst AG schlossen im Jahr 1985 einen Vertrag über eine intensive Zusammenarbeit in der Pflanzenforschung. Diese Forschungskooperation wurde mit einem KWS-Aktienpaket von 15 % nominell unterlegt. Eine unternehmerische Mitwirkung bei KWS war hiermit indes nicht verbunden. Durch Fusionen auf der Seite unseres Partners Hoechst ging die Beteiligung im Zeitablauf von Hoechst – später gemeinsam mit Schering in der AgrEvo GmbH – auf Aventis CropScience (Hoechst und Rhône Poulenc) und schließlich auf Bayer CropScience über. Die Forschungskooperation wurde nach dieser kleinen Odyssee vor 3 Jahren beendet und das Aktienpaket war aus vertraglichen Gründen von Bayer wieder abzugeben.
Dieses Aktienpaket von 15 % wurde vor wenigen Monaten bei der Familienaktionärsgruppe Oetker / Büchting / Giesecke (4,4 %) sowie bei einem ebenfalls langfristig orientierten, privaten Investor, der Tessner Beteiligungs GmbH aus Goslar, platziert. Damit beläuft sich der Anteil der Familienaktionärsgruppe auf gut 56 % und der Tessner Beteiligungs GmbH auf 10,6 %.
Ende des letzten Jahres hat nun die Südzucker AG kund getan, dass sie ihre KWS-Beteiligung von knapp 10 % aufgrund der bestehenden festen Geschäftsbeziehungen nicht mehr als unbedingt notwendig erachtet und sich davon trennen möchte. Nachdem Südzucker im vergangenen Jahr bereits mehr als die Hälfte ihrer KWS-Aktien – nämlich 15 % – an die HypoVereinsbank übertragen hatte, war dies absehbar. Die insgesamt 25 % sind dann im Dezember vom Kapitalmarkt zu einem Kurs von 610 € aufgenommen worden.
Sie fragen sich jetzt sicherlich, was es für das operative Geschäft der KWS bedeutet, wenn Südzucker ihre Minderheitsbeteiligung abgibt. Dies erfolgt – das können wir Ihnen aus unseren Gesprächen mit dem Südzucker-Management versichern – in aller Freundschaft. Wir pflegen auf allen Ebenen nach wie vor gute partnerschaftliche Beziehungen. Das Kunden-Lieferanten-Verhältnis ist bestens intakt. Wir haben das gemeinsame Ziel, einen wettbewerbsfähigen Zuckerrübenanbau in Deutschland und in Europa sicherzustellen. Und dafür wollen wir weiterhin ein Menge tun.
- Damit komme ich zum Ausblick. Wir können aufbauen auf einem erneut soliden Jahresabschluss mit einem Jahresüberschuss etwa auf Vorjahreshöhe. Einzelheiten werden Ihnen nachher noch dargestellt, ebenso zu unserem Dividendenvorschlag, der sich auf den Wert des Vorjahres beläuft. Einen "Taler" legen wir allerdings noch drauf – er ist kapitalertragssteuerfrei, aus Marzipan und wird am Ausgang unseres neuen KWS-Forums ausgezahlt.
Das laufende Geschäftsjahr hat sich gut angelassen. Wir rechnen mit einem erneuten Wachstumsschub im Umsatz. Allerdings werden die Aufwendungen erneut steigen durch weitere Vorlaufkosten in Vertriebsaktivitäten mit Schwerpunkt Süd- und Südosteuropa und den weiteren Ausbau in den USA durch AgReliant. Weitere Akquisitionen schließen wir nicht aus, haben aber derzeit nichts Konkretes in Prüfung.
Was das Ergebnis des aktuellen Geschäftsjahres anbelangt, so sind die Einflüsse von Politik und Währung – insbesondere zwischen Euro und US-Dollar – schwer vorher zu sagen, sie könnten die Fortschritte im operativen Geschäft spürbar schmälern. Dennoch rechnen wir damit, dass wir beim Betriebsergebnis das Vorjahresniveau doch zumindest werden halten können.
Meine Damen und Herren, KWS hat nicht nur ein ordentliches Geschäftsjahr hinter sich, sondern – und das ist noch viel wichtiger – eine vielversprechende Zukunft vor sich. Mit unserer Eigenständigkeit und den hervorragenden Perspektiven in den Wachstumsmärkten wollen wir dafür sorgen, dass es mit KWS noch lange bergauf geht. Konkretere Einzelheiten dazu werden Ihnen gleich meine Kollegen vorstellen, vorher aber referiere ich Ihnen komprimiert die Ausführungen unseres durch Vaterfreuden verhinderten Finanzvorstands Hagen Duenbostel.
Sie haben sich mit dem Engagement in die KWS Aktie bewusst für einen langfristig ausgerichteten Wachstumswert mit solider Substanz entschieden. Der Ihnen vorliegende Jahresabschluss 2003/04 zeigt, dass es KWS erneut gelungen ist, diesem Anspruch gerecht zu werden.
Der internationale Ausbau der KWS Gruppe führte zu einem Umsatz von rund 444 Mio €. Das sind 4,6 % mehr als im Vorjahr. Ohne Währungseinflüsse hätte sich sogar eine Steigerung von knapp 8 % ergeben, das heißt, insbesondere der weiterhin schwache US-Dollar kostete uns gut 3 Prozentpunkte Wachstum. Mit 48 Mio € wurde das Betriebsergebnis gegenüber dem Vorjahr allerdings leicht unterschritten. Hierzu haben vor allem die erwähnten Währungseinflüsse und bilanzielle Sonderbelastungen beigetragen.
Der Jahresüberschuss der KWS-Gruppe reflektiert mit rund 28 Mio € die weiterhin gute Ertragslage, die das kontinuierliche Wachstum ermöglicht.
Der Geschäftserfolg von KWS wurde durch die vier Segmente Zuckerrüben, Mais, Getreide sowie Züchtung und Dienstleistung wie folgt erwirtschaftet.
Das Segment Zuckerrüben hat mit 193 Mio € das sehr gute Umsatzniveau des Vorjahres fast gehalten. Mit knapp 29 Mio € blieb das Betriebsergebnis nur leicht hinter dem des Vorjahres zurück.
Der insgesamt planmäßige Ausbau des Segments Mais zeigte sich vor allem in der Umsatzsteigerung auf über 190 Mio €. Damit wuchs dieser Bereich erstmalig auf die Größenordnung des Segments Zuckerrüben heran.
Darüber hinaus ist es gelungen, das Betriebsergebnis auf knapp 9 Mio € zu erhöhen - eine erfreuliche Entwicklung, da in diesem Ergebnis erhebliche Kostenbelastungen aus der intensiven Produktentwicklung und dem Ausbau der Vertriebsstrukturen enthalten sind. Mit steigendem Umsatz erzielen wir Größenvorteile, die sich auch in einer nachhaltigen Ertragsverbesserung zeigen.
Die Geschäftsentwicklung des Getreidesegments war mit einem Umsatzplus von 6,4 % und einem Ergebniszuwachs von 42,5 % erfreulich. Hieraus kann jedoch nicht unmittelbar auf eine kontinuierliche Verbesserung der Ertragslage geschlossen werden, da das Segment Getreide im Ergebnis stark von der Entwicklung der Roggenanbaufläche in Europa abhängt.
Trotz der positiven Umsatzentwicklung der Züchtung und Dienstleistungen konnte dies Segment das Betriebsergebnis aufgrund umfangreicher Belastungen aus Innovationsprojekten nicht halten.
Insgesamt musste das KWS-Gruppenergebnis 2003/04 also einiges verkraften. Außer zusätzlichen Abschreibungen aufgrund von gesetzlichen Änderungen der handelsrechtlichen Bilanzierung des Anlagevermögens von gut 2 Mio € und negativen Währungseinflüssen von rund 1 Mio € galt es, die Aufwendungen für den intensiven Ausbau der internationalen Vertriebsstrukturen sowie hohe Projektkosten zu erwirtschaften. Zudem belasteten gut 3 Mio € Abschreibungen auf Firmenwerte den Jahresabschluss 2003/04. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Ertragslage und hierbei insbesondere der Jahresüberschuss der Gruppe weiterhin sehr gut dar.
Die Bilanzsumme der KWS-Gruppe stieg um knapp 38 Mio € auf 469 Mio €. Dieser Effekt ergab sich hauptsächlich aus dem Wegfall steuerlicher Abschreibungsmöglichkeiten und der erweiterten Berücksichtigung latenter Steuern.
Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme stieg von 28 % auf gut 32 % und erhöhte damit den Anteil langfristigen Vermögens. Über die gebotene Substanzerhaltung in Höhe von rund 14 Mio € hinaus wurden mehr als 12 Mio € Erweiterungsinvestitionen getätigt. Zum überwiegenden Teil haben wir die Investitionen in Deutschland getätigt. Hier am Standort Einbeck sind neben dem neuen Verwaltungsgebäude vor allem Züchtungs-, Labor- und Kommunikationseinrichtungen entstanden. Die gesamten Investitionen wurden voll aus dem Cashflow finanziert.
Der Anstieg des Eigenkapitals um 20 % auf über 270 Mio € trug wesentlich zur Verbesserung der Eigenkapitalquote auf nunmehr knapp 58 % bei. Anlagevermögen und Vorräte werden vollständig und die Forderungen zu 27 % durch Eigenmittel gedeckt. Die KWS-Gruppe verfügt somit über eine ausgesprochen solide Finanzierungsstruktur.
Ferner wurde die gute Liquiditätssituation dazu genutzt, langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um rund 20 Mio € abzubauen, dabei schloss die KWS-Gruppe das Geschäftsjahr 2003/04 mit einem Nettoguthaben von fast 48 Mio € ab.
Meine Damen und Herren,
unter Punkt 2 der Tagesordnung schlagen Ihnen Aufsichtsrat und Vorstand die Ausschüttung einer unveränderten Dividende von 11,00 € je Aktie zur Genehmigung vor. Bezogen auf 660.000 Stückaktien der KWS SAAT AG ergibt sich eine Ausschüttungssumme von 7.260.000 €. Die Auszahlung der Dividende erfolgt ab morgen auf den Gewinnanteilschein Nr. 57. Im übrigen darf ich Sie darauf hinweisen, dass der Einzelabschluss der AG hier vorne beim Notar für alle Interessenten ausliegt.
Abschließend komme ich zum Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr:
Die KWS-Gruppe wird den nächsten Jahresabschluss, also für das Geschäftsjahr 2004/05, nach den internationalen Bilanzierungsvorschriften aufstellen. Der Ihnen heute präsentierte HGB-Abschluss wird auf die International Financial Reporting Standards - kurz IFRS - umgestellt und dient dann als Vorjahresvergleich.
Bei annähernd unverändertem Gruppenumsatz erhöht sich hierdurch das Betriebsergebnis um rund 10 %. Das Finanzergebnis verringert sich indes um gut 3 Mio €.
Ursächlich hierfür sind die dann nicht mehr zulässigen planmäßigen Abschreibungen auf Firmenwerte so wie der Ausweis des jährlichen Zinsanteils an der Dotierung der Pensionsrückstellungen im Finanzergebnis.
Das Unternehmenswachstum wird sich im Geschäftsjahr 2004/05 indes fortsetzen. Es werden Umsatzsteigerungen von über 5 % erwartet. Insbesondere wird der positive Trend durch den Ausbau des Segments Mais in Nordamerika und Europa vorangetrieben. Im Segment Zuckerrüben dürfte der Umsatz leicht zulegen, während im Segment Getreide die Prognosen eher geringere Umsätze vorsehen.
Die Ertragslage der KWS-Gruppe bleibt stabil. Mit dem Jahresabschluss 2003/04 und den erfreulichen Perspektiven des internationalen Geschäftes unterstreicht KWS die weiterhin ausgezeichnete Position im globalen Saatgut-Markt.
Das meint unser Finanzvorstand und natürlich auch seine drei Vorstandskollegen, und damit möchte ich schließen.
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Andreas J. Büchting |
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18. Januar 2005 |