Mehr Unterstützung für Getreidemarkt aus Brüssel gefordert
Berlin, 16. Juni 2005. Der Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), Manfred Nüssel, hat die Europäische Kommission im Vorfeld der DRV-Mitgliederversammlung aufgefordert, eine aktivere Exportpolitik zu betreiben.
Angesichts einer erwarteten Getreideernte zwischen 46 und 47 Mio. t und aufgrund der außerordentlich hohen Lagerbestände steht für das kommende Wirtschaftsjahr insgesamt mehr Getreide zur Verfügung als im Vorjahr, so Nüssel. Die lange Zeit vorherrschende kühle Witterung kann den Erntebeginn hinauszögern. Die Qualität lässt sich noch nicht hinreichend beurteilen. Angesichts der hohen Energiekosten hofft der DRV-Präsident auf gute Erntebedingungen, damit kostenintensive Trocknungen vor der Einlagerung des Getreides vermieden werden können.
Vor diesem Hintergrund fordert der DRV die Europäische Kommission auf, eine aktive Exportpolitik zu betreiben. Durch eine zügige Exportausschreibung sollte für den freien Markt eine Entlastung herbeigeführt werden. Ansonsten rechnet der DRV nicht mit einer Abhebung der Marktnotierungen vom Interventionspreisniveau. Nach wie vor führt der schwache Dollarkurs für die europäische Getreidewirtschaft zu Wettbewerbsnachteilen im Export, so Nüssel. Deshalb hält er eine aktive Verwaltung des Getreidemarktes für dringend erforderlich. „Zusätzlich sollte die EU-Kommission in der erweiterten EU-25 für einen wirksamen Ausgleich zwischen Über- und Unterversorgungsregionen sorgen“. Nach DRV-Information werden in diesem Jahr insgesamt rund 20 Mio. t Getreide mehr produziert als im EU-Binnenmarkt verbraucht. Trockenheitsbedingte Versorgungsengpässe in Spanien und Portugal können ohne Probleme aus dem Binnenmarkt ausgeglichen werden.