Mittelständische Biokraftstofffirmen gefährdet
Berlin, 21. Dezember 2005. Vor Marktverwerfungen im Zuge der von der Bundesregierung angestrebenten Besteuerung von Biokraftstoffen hat der Bundesverband Biogener Kraft- und Treibstoffe (BBK) gewarnt. Die in Deutschland aufgebaute mittelständische Biokraftstoffwirtschaft mit mehr als 50.000 direkten Arbeitsplätzen in Produktion und Mineralölhandel, bei Tankstellen, im Speditionsgeschäft und Baugewerbe würde beim Wegfall der Steuerbegünstigung sofort zerstört, erklärte der Verband dazu. Noch einmal mehr als 50.000 Arbeitsplätze in der Biomasseproduktion mit Schwerpunkt in der Landwirtschaft sowie bei Lohnunternehmen und Genossenschaften würden zusätzlich unmittelbar gefährdet.
Die Wettbewerbsfähigkeit tausender Spediteure wäre umgehend nicht mehr gegeben. Zahlreiche Kommunen, die gerade in Pflanzenöl- und Biodieselflotten investiert haben, würden in wirtschaftliche Bedrängnis geraten, warnte der BBK. Die dezentrale deutsche Biokraftstoffwirtschaft sei schon heute ein bedeutender Wirtschaftszweig in den ländlichen Räumen mit enormen Impulsen für Gewerbe, mittelständische Industrie und Kommunen. Die Biokraftstoffwirtschaft wird nach Überzeugung des Fachverbandes schon in acht bis zehn Jahren bei höheren Mineralölpreisen den Preisanstieg der Kraftstoffe stoppen. Für den Fall, dass ein Beimischungszwang eingeführt wird verlangt der BBK, dass zeitgleich eine weitere Steuerbefreiung beziehungsweise –begünstigung für die Reinkraftstoffe erfolgt.