Ausführungen von
Dr. Dr. h.c. Andreas J. Büchting
Sprecher des Vorstands der KWS SAAT AG
(bis 13. Dezember 2007)
anlässlich der KWS Hauptversammlung am 13. Dezember 2007
Sehr geehrte Aktionäre und Freunde des Hauses KWS, meine Damen und Herren,
I. Das abgelaufene Geschäftsjahr der KWS könnte man unter das Motto "150 Jahre – und kein bisschen müde" stellen. Im Gegenteil, so wie gute Weine mit höherem Alter besser werden, ist auch KWS im letzten Jahr zur Höchstform aufgelaufen. Fast alles hat gepasst und so war das Geschäftsjahr 2006/2007 ein außergewöhnlich ertragreiches Jahr für Ihre KWS. Und das Beste ist, dass auch das laufende Geschäftsjahr sehr gut begonnen hat und die Erwartung rechtfertigt, dass wir ein gutes Ertragsniveau halten können.
Damit habe ich schon den Kern meiner Ausführung zusammengefasst und könnte eigentlich schließen. Aber das wäre schade. So lassen Sie mich gemeinsam mit Ihnen einige kurze Schlaglichter auf die besonderen Ereignisse des letzten Jahres werfen.
- Zunächst: Die Stärkung der Ertragskraft hat bei der KWS seit langem Vorrang vor Umsatzausweitung und quantitativem Wachstum. Insofern ist die Ergebnissteigerung um gut ein Drittel auf rund 64 Mio € das vielleicht wichtigste Resultat des letzten Jahres. Klassenziel erreicht! Das spiegelt sich auch im Dividendenvorschlag von 1,40 € pro Aktie wider.
- Zweitens: Alle drei Standbeine der KWS, nämlich das Geschäft mit Zuckerrübensaatgut, Mais- und Getreidesaatgut haben zu der Ertragssteigerung beigetragen. Mit anderen Worten: KWS ist hervorragend aufgestellt. Wir sind und bleiben die Top-Saatgutspezialisten für landwirtschaftliche Kulturpflanzen!
- Die Umsatzausweitung um 6 % auf 538 Mio € erfolgte gleichermaßen im Ausland wie im Inland, wobei das Ausland über dreiviertel des Gesamtumsatzes ausmacht. KWS ist also ein wirklich internationales Unternehmen, was man im beschaulichen Einbeck nicht gerade vermutet.
- Ein viertes und letztes Schlaglicht möchte ich auf die Mitarbeiter der KWS werfen: Ein Unternehmen ist immer nur so gut wie die Mitarbeiter. Im laufenden Geschäftsjahr sind es rund 3.000 Mitarbeiter, die weltweit mit großem Einsatz und innovativen Ideen dafür sorgen, dass KWS nicht nur exzellente Produkte vermarktet, sondern auch als verlässlicher Marktpartner wahrgenommen und geschätzt wird. Dies ist für unser Selbstverständnis ausgesprochen wichtig und in den Köpfen aller Mitarbeiter fest verankert.
II. Meine Damen und Herren, lassen Sie mich diesen letzten Aspekt noch etwas vertiefen. Was macht die Identität der KWS aus? Zunächst einmal das Sichtbare, nämlich die Farbe: Unsere Markenfarbe Orange sorgt für Wiedererkennung und natürlich auch unser schönes Logo, die Sonne über den grünen Feldern. Dieses Logo wurde Anfang der 1970er Jahre auf Veranlassung des damaligen Vorstandsvorsitzenden und heutigen Ehrenvorsitzenden der KWS, nämlich meines Vaters Carl-Ernst Büchting durch den Schweizer Grafiker Herbert Leupin kreiert. Unser damaliger Firmenname, ein Bandwurm namens 'KWS Kleinwanzlebener Saatzucht AG, vorm. Rabbethge und Giesecke', wurde inzwischen verkürzt auf KWS SAAT AG oder für die Insider auch schlicht KWS.
Die Marke KWS und unser Markenzeichen gehören zu den wichtigsten Attributen unserer Company. Diesem Logo haben wir jetzt einen neuen Slogan an die Seite gestellt, der Sie in englischer Sprache bereits am Eingang begrüßt hat:
Seeding the future – since 1856.
Zukunft säen: Das bedeutet, sich unaufhörlich mit Zukunftsfragen zu befassen, stets vorausschauend innovative Produkte zu entwickeln und damit für die Zukunft Vorsorge zu treffen – und das seit über 150 Jahren. Jedes Saatkorn, was ausgesät wird, trägt Zukunft in sich, denn aus ihm soll ja eine neue Pflanze wachsen. Mit jeder Aussaat hofft der Landwirt auf eine gute Zukunft. Und wir von KWS wollen durch unsere Produkte und unsere Beratung ihm dabei zur Seite stehen. Eine tolle Aufgabe!
III.Verehrte Anwesende, lassen Sie mich schließen mit einem Gedanken von Hölderlin: „Doch es kehret umsonst nicht unser Bogen woher er kommt“.
Auch mein Bogen im Vorstand der KWS kehret nach drei Jahrzehnten zurück, woher er kommt, nämlich in die maßgebliche Aktionärsfamilie. Dabei habe ich eigentlich immer nur das getan, was auch meine Vorväter in fünf früheren Generationen getan haben, nämlich schlicht für KWS gelebt. Wir sind mit dieser Einstellung zu Hause groß geworden und haben dann versucht, nach besten Kräften die sich uns stellenden Aufgaben ordentlich zu bewältigen. Meist hat es geklappt und das ist Grund genug für Dankbarkeit und Bescheidenheit. Man braucht die so genannte Fortüne, und die wünsche ich auch meinen Kollegen, dem künftigen Vorstandsteam, welches mein volles Vertrauen hat – und das Ihrige verdient.
Die Zukunft wird es zeigen. Zukunft säen – KWS seit 1856.
Es gilt das gesprochene Wort.
13.12.2007
Andreas J. Büchting