Deutschland Service/Presse Nachrichten aus der Landwirtschaft 2008 Markt für reinen Biodiesel gefährdet

Markt für reinen Biodiesel gefährdet

Berlin, 11. Januar 2008. Ein großer Teil der deutschen Biodieselhersteller ist nach der zum Jahreswechsel in Kraft getretenen Steuererhöhung auf Pflanzenöltreibstoff und Biodiesel auf dem Weg in die Insolvenz. Das erklärte der Präsident des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB), Arnd von Wissel. Innerhalb von nur zwei Wochen, nachdem die Steuer auf reinen Biodiesel (B100) um 6 Cent auf 15 Cent/l erhöht wurde, sei das eingetreten, was der VDB vorausgesagt habe. „Der Markt für B100 ist tot", so von Wissel zur Situation auf dem Markt für reinen Biodiesel.


Bioenergie
Bioenergie

Er forderte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück auf, die Steuererhöhung zurückzunehmen und damit die Biokraftstoffbranche zu retten. Steinbrück habe gegen den Widerstand seiner Kabinettskollegen, Wirtschaftsminister Michael Glos und Landwirtschaftsminister Horst Seehofer, durchgesetzt, dass die Steuer auf reinen Biokraftstoff angehoben wurde. Rund 60 % des gesamten Absatzes seien bisher auf dem reinen Biodieselmarkt verkauft worden. Diese Absatzmöglichkeit habe Steinbrück den Produzenten mit der Steuererhöhung genommen. „Vor dem Hintergrund gestiegener Rohstoffpreise für Biodiesel können die Hersteller nicht mehr kostendeckend produzieren - ihre Existenz ist bedroht und damit tausende Arbeitsplätze“, sagte der VDB-Präsident weiter. Von der Pleitewelle seien zuerst die kleinen und mittelständischen Unternehmen in ländlichen Regionen betroffen.

 

Streit um den Biokraftstoffmarkt

Berlin, 27. November 2007. Das Bundesfinanzministerium (BMF) und Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) suchen weiter nach einer Lösung im Streit um die Besteuerung von Biodiesel. Darauf weist der Onlinedienst ernaehrungsdienst.de hin. Erst mit einer Einigung könnten die Gesetze geändert werden. Ohne Konsens zwischen beiden Bundesministerien bezüglich der künftigen Förderpolitik von Biokraftstoffen würden die Aussichten schwinden, dass bis zum Jahresende eine Entscheidung über die künftige Besteuerung und Beimischungsquoten getroffen wird.

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