Zweigeteilte Aussichten für Agrargenossenschaften
Berlin, 19. Februar 2008. Die rd. 1.100 Agrargenossenschaften haben sich 2007 positiv entwickelt. Darauf weist der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) hin, dem mehr als 90 % dieser Betriebe angeschlossen sind. Der Verband beziffert deren Umsatz auf rd. 1,9 Mrd. Euro (+8,5 %). Die erfolgreiche Vermarktung der Agrarerzeugnisse sei ausschlaggebend für den Unternehmenserfolg. Bei stark schwankenden Preisen werde dieser Faktor weiter an Bedeutung gewinnen.
Mit konstanter Flächenausstattung konnten die Umsatzerlöse im Wirtschaftsjahr 2006/07 trotz zum Teil rückläufiger Flächenerträge um etwa 3 % auf 2 Mio. Euro je Betrieb gesteigert werden. Insbesondere Betriebe, die ihre Erzeugnisse erst spät vermarkteten, profitierten von den angestiegenen Erzeugerpreisen. Die Agrargenossenschaften konnten die Arbeitsproduktivität weiter erhöhen.
Die meisten betroffenen Agrargenossenschaften beteiligen sich an der Regelung zur Ablösung der Altschulden. Der DRV kritisiert, dass BVVG und BAG Hamm entgegen ihren Ankündigungen das Verfahren 2007 nicht abgeschlossen hätten. Trotz des Einsatzes des DRV seien die Anträge nur schleppend abgearbeitet worden. Vor dem Hintergrund steigender Marktpreise sei deshalb auf eine Gleichbehandlung der Betriebe zu achten. Diejenigen, deren Ablöseverfahren erst spät bearbeitet werden, dürften keine zusätzlichen Nachteile erleiden.
Große Bedeutung für die Agrargenossenschaften hätten die Ausgestaltung der EU-Prämienzahlungen, die im Zuge des Health Checks der europäischen Agrarpolitik auf dem Prüfstand stünden. Auch wenn die Brüsseler Kommission inzwischen den besonderen Charakter der Mehrfamilienbetriebe anerkenne, so würden mögliche Prämienkürzungen und zusätzlicher Verwaltungsaufwand die Zukunftsaussichten der Agrargenossenschaften verschlechtern. Deshalb setze sich der DRV mit Nachdruck gegen diese Überlegungen zur Wehr.