Biokraftstoffe kein Sündenbock für hohe Getreidepreise
Berlin, 15. Mai 2008. Der Verband der deutschen Bioethanolwirtschaft (LAB) begrüßt die klaren Worte von EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel zum Thema Biokraftstoffe. Diese hatte unterstrichen, dass Biokraftstoffe viel zu wertvoll seien, um als Sündenbock für hohe Getreidepreise abgestempelt zu werden. Diejenigen, die dies dennoch täten, übersähen, dass nicht Bioethanol, sondern der anziehende Fleischverbrauch in China und Indien zu einer Zunahme der Getreidenachfrage geführt habe.
Des weiteren hatte die Agrarkommissarin an die schlechten Wetterbedingungen für die Weizenproduktion in den Jahren 2006 und 2007 erinnert, die weltweit zu niedrigen Ernten geführt hätten. Zudem sei auch der drastische Anstieg der Finanzspekulation mit Agrarrohstoffen ein wesentlicher Faktor dafür. Allein zwischen 1998 und 2007 seien die Investitionen in Rohstoffindizes von 10 auf 142 Mrd. Dollar gestiegen. Fischer Boel hatte unterstrichen, dass in der Europäischen Union weniger als ein Prozent der Getreideproduktion zu Bioethanol verarbeitet werde und betont, dass dadurch die Märkte sicherlich nicht ins Wanken gebracht werden könnten. Die Auswirkungen des amerikanischen Biokraftstoffprogramms seien zwar etwas deutlicher zu spüren. Aber auch dieser Einfluss sei im Vergleich zu anderen Faktoren vernachlässigbar.