Europapolitische Einigung über Pflanzenschutzmittel
Brüssel, 22.06.2008. Der Rat der Europäischen Union hat sich über eine neue Pflanzenschutzmittelverordnung geeinigt, der auch Deutschland nach schwierigen Verhandlungen zugestimmt hatte. Im Herbst wird sich das Europäische Parlament weiter mit den Vorschlägen befassen. Der Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Gert Lindemann, stellte dazu fest: "Verbraucherinnen und Verbraucher wollen gesunde Agrarprodukte von hoher Qualität, die Landwirtschaft und der Gartenbau sind aufgefordert, diese Qualitäten zu produzieren und zu liefern.
Solche Qualitäten und ausreichende Mengen lassen sich in der heutigen Zeit nicht ohne chemische Pflanzenschutzmittel produzieren. Diese müssen aber eingehend geprüft sein und dürfen weder Mensch noch Tier gefährden und müssen auch für die Umwelt vertretbar sein."
Kritik an der geplanten Verordnung kam vom Deutschen Bauernverband (DBV). Mit der neuen Zulassungsverordnung werde die notwendige Breite verfügbarer Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe erheblich eingeschränkt. Nach der neuen Verordnung sollen Pflanzenschutzmittel nicht mehr danach beurteilt werden, ob sie bei der eigentlichen Anwendung ein Risiko für Umwelt und Verbraucher darstellen, sondern nur nach den stofflichen Eigenschaften des reinen Wirkstoffs. Damit Pflanzenschutzmittel bei Pilzerkrankungen oder Schädlingsbefall wirken - wie Arzneimittel beim Menschen - komme es auf die Dosis und die Einhaltung der bei der Zulassung festgelegten Auflagen an, so der DBV. Bereits heute würden im Zulassungsverfahren von Pflanzenschutzmitteln Anwendungsbestimmungen festgelegt, so dass kein Risiko für Umwelt, Verbraucher oder Anwender bestehe. Positiv beurteilt der Berufsstand, dass mit den neuen Regeln eine Harmonisierung der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln in drei europäischen Klimazonen erreicht werden soll. Damit sei ein wichtiger Schritt zu einem europäischen Binnenmarkt auch bei Pflanzenschutzmitteln getan worden. Wettbewerbsnachteile für deutsche Landwirte würden hiermit abgebaut.