Deutsche Bauern sind Europameister bei Bioenergie
Berlin, 01.07.2008. Die Landwirtschaft leistet einen wichtigen Beitrag zum Ausbau der Bioenergie und damit zum Klimaschutz sowie zur Verringerung der Abhängigkeit von Energieimporten. Allerdings müsse klar sein, dass die Produktion von Lebens- und Futtermitteln weiterhin die Hauptaufgabe der Landwirtschaft bleibe.
Die Produktion von Biokraftstoffen, Biogas sowie die thermische Nutzung landwirtschaftlicher Rohstoffe müsse konsequent, aber mit Augenmaß vorangetrieben werden. Es gelte zu berücksichtigen, dass die zur Verfügung stehende landwirtschaftliche Fläche zur Erreichung der Ziele für Bioenergie begrenzt sei. Dies erklärte der Vorsitzende des Fachausschusses Nachwachsende Rohstoffe des Deutschen Bauernverbandes (DBV) und Präsident des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Rainer Tietböhl, auf dem Forum „Bioenergie am Wendepunkt?“ des Deutschen Bauerntages.
Die Teilnehmer des Forums zeigten sich einig, dass die Entwicklung der Bioenergie nicht am Wendepunkt stehe, sondern als wichtige Säule des Klimaschutzes und der Versorgungssicherheit bei Energie, Kraftstoffen und Wärme weiter nachhaltig ausgebaut werden müsse. Mit der Bioenergieproduktion verbundene Probleme der Flächenkonkurrenz wurden erkannt und Maßnahmen zum Gegensteuern eingeleitet, so Tietböhl. Im Zuge der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes sei eine Neuausrichtung hin zu einer verstärkten Nutzung von landwirtschaftlichen Reststoffen wie Gülle geschaffen worden. Vorhandene Flächenkonkurrenzen würden so verringert und die Bioenergieproduktion auf eine breitere Basis gestellt. Eine Weiterentwicklung müsse konsequent mit Augenmaß unter Berücksichtigung nachhaltig zu erreichender Ziele erfolgen. In Deutschland und der EU gewährleisteten die bestehenden Bewirtschaftungsvorgaben wie die gute fachliche Praxis und Cross Compliance, dass nachwachsende Rohstoffe für Bioenergie nicht zu Lasten des Umwelt- und Naturschutzes angebaut werden. Den Vorstoß der Bundesregierung und der EU-Kommission, die Nachhaltigkeit des Anbaus weltweit zu verankern, findet die volle Unterstützung des DBV, betonte der Bauernverbandsvertreter. Doch dürfe es nicht passieren, dass in der EU die Anforderungen über Cross Compliance hinaus verschärft würden und in Drittstaaten wegen fehlender Kontrollen nichts passiere.