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    Mutterkorn

Mutterkorn im Roggen

(Claviceps purpurea)

Bedeutung

Beim Mutterkornbefall entsteht der Schaden weniger durch einen Ertragsverlust als durch die giftigen Alkaloide in den Dauerkörpern. Die im Mutterkorn enthaltenen Alkaloide schädigen Mensch und Tier bereits in relativ geringen Mengen. Deshalb sind für den Gehalt in der Ernteware offizielle Grenzwerte festgelegt. Bei Überschreitung dieser Werte kann der Abnehmer Abzüge vornehmen bis hin zur Ablehnung der Partie.

Hauptsymptome und Entstehung

Der Befall kann entstehen, wenn während der Blüte des Roggens nicht ausreichend Pollen vorhanden sind. Die Mutterkornsporen haben dann die Möglichkeit, die offenen Blüten des Roggens zu besetzen. Der Mutterkornerreger (Claviceps purpurea) bildet während der Blütezeit an einzelnen Fruchtständen gelblich klebrige Tropfen (Honigtau). Später fallen dann die dunkelvioletten oder auch weißen hornförmigen Mutterkörner auf, die sich anstelle von Getreidekörnern entwickeln. Ihre Größe kann von wenigen Millimetern bis zu sechs Zentimetern erreichen.

Grenzwerte in Mutterkorn pro kg ungemahlenen Roggens:

Brotroggen:

500 mg bzw. 0,05 Gewichtsprozent

Futtermittel:

1.000 mg bzw. 0,1 Gewichtsprozent

Ethanolroggen:

1.000 mg bzw. 0,1 Gewichtsprozent bei Verwendung der Schlempe als Futtermittel