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    Nematodenmanagement

Tools für das Nematodenmanagement

1. Anbau nematodenresistenter Zwischenfrüchte

Mit dem Anbau resistenter Zwischenfrüchte können Sie den Aufbau hoher Nematodenpopulationen in engen Zuckerrübenfruchtfolgen vermeiden. Bestehende, hohe Populationsdichten können Sie mit Zwischenfrüchten sogar senken. Als wirkungsvolle Pflanzen stehen Ihnen hierfür verschiedene resistente Gelbsenf- und Ölrettichsorten zur Verfügung.

Folge:
Verringerung der Nematodenpopulation durch die Verlagerung des Geschlechtsverhältnisses, zu Seiten der männlichen Population. Da die Weibchen während ihrer Entwicklung ca. 40-mal mehr Nahrung benötigen, als die Männchen, um ihre Entwicklung abschließen zu können.

  • bei anfälligen Wirtspflanzen ist ein Männchen-Weibchen-Verhältnis von nahezu 1:1
  • bei resistenten Pflanzen von 100:1

Um die Nematoden effektiv zu bekämpfen sollten Sie beachten:

  • nur resistente Ölrettich- und Senfsorten reduzieren die Populationsdichte
  • alle übrigen Sorten dieser Arten tragen zur Vermehrung bei
  • achten Sie auf eine sorgfältige Bodenvorbereitung
  • der Schlupfreiz kann nur ausgelöst werden, wo die Nematoden intensiven Kontakt mit den Wurzeln haben
  • ein sehr trockener oder sehr kühler Herbst begrenzt die Verringerung der Nematodenpopulation

2. Anbau von Raps und Zuckerrüben in einer Fruchtfolge

Wenn Sie Raps und Rüben in einer Fruchtfolge anbauen wollen, sind einige Herausforderungen zu bewältigen, da sowohl Raps als auch Rüben Nematoden vermehren können.

Der Anbau von Winterraps hat jedoch meist ein begrenzteres Vermehrungspotenzial von Heterodera schachtii, da:

  • Winterraps im Herbst bei abnehmenden Bodentemperaturen ausgesät wird
  • Entwicklungszyklus der Rübenzystennematoden kann vor dem Winter nicht abgeschlossen werden
  • im Frühjahr aufgrund der niedrigen Bodentemperaturen, auch die Nematoden eine geringe Entwicklungsgeschwindigkeit haben
  • die Larven bei der Infektion auf Feinwurzeln angewiesen sind
  • bei beginnender Blüte das Wurzelwachstum des Rapses deutlich reduziert wird und damit auch der Schlupfreiz der Nematoden abnimmt

Eine größere pflanzenbauliche Herausforderung stellen der Anbau von Sommerraps sowie der Umgang mit Ausfallraps dar.

Der im Frühjahr oder Sommer auflaufende Raps hat sein Hauptwurzelwachstum mit steigenden oder bei bereits hohen Bodentemperaturen und trifft auf eine zeitgleich hohe Aktivität der Nematoden.

Somit kann der Ausfallraps des Winterrapses zu einer sehr starken Vermehrung von Nematoden führen!

Vermeiden Sie die Nematodenvermehrung durch:

  • eine präzise und termingerechte Bekämpfung des Ausfallrapses
  • Stoppelbearbeitung oder Herbizideinsatz nach Erreichen der Temperatursumme von 250°C
  • durch Abtöten des Rapses wird der Vermehrungszyklus unterbrochen und es kann sogar eine Nematodenreduktion erzielt werden

In Raps-Rüben-Fruchtfolgen sollten Sie weder nematodenresistenten Ölrettich noch Gelbsenf anbauen, da beide Zwischenfrüchte zur Familie der Kreuzblüter gehören und die Pflanzenkrankheit Kohlhernie fördern.

3. Sortenwahl

Einfluss der Sortenwahl auf Nematodenbefall vor einigen Jahren

Wirtschaftliche Schadschwelle für nematodenresistente Zuckerrübensorten:

  • ca. 1.200 Eier + Larven/100 g Boden
Wirtschaftliche Schadschwelle für nematodentolerante Zuckerrübensorten:
  • 500 Eier + Larven/100 g Boden

Bei leichten, nicht beregneten Böden wurden diese Schwellen niedriger angesetzt, bei sehr guten Böden mit entsprechender Wassernachlieferung dagegen etwas höher.

Einfluss der Sortenwahl auf Nematodenbefall heute

Die Schadensschwellen sind umso niedriger anzusetzen, je geringer der Leistungsunterschied zwischen anfälliger und toleranter Sorte bei Nichtbefall ist.

Werden auf den Betriebsflächen bereits seit Jahrzehnten Zuckerrüben angebaut und werden die Rübenfruchtfolgen tendenziell enger, besteht ein begründetes Ertragsrisiko durch Rübenzystennematoden. Dieses lässt sich durch den Anbau nematodentoleranter Sorten minimieren.

Mit der Verfügbarkeit nematodentoleranter Sorten, die eine mit den einfachtoleranten Sorten vergleichbare Leistung aufweisen, haben die bisherigen Schadensschwellen ihre Bedeutung verloren.

bereinigter_zuckerertrag_nematodentoleranz.png

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