Roggendüngung – Wie hoch sollte die Startgabe ausfallen?

02.03.2018

Mit der Novellierung der Düngeverordnung hat die Bedeutung der Nährstoffeffizienz der Kulturarten zugenommen. Hier profitiert der Hybridroggen durch sein hervorragendes Nährstoffaneignungs-vermögen. Durch sein ausgeprägtes Wurzelsystem kann der Hybridroggen Nährstoffe effizienter verwerten, als andere Getreidearten. Unter Annahme der Bedarfs- und Entzugswerte aus der Düngeverordnung erreicht der Hybridroggen die geringsten N-Salden aller Getreidearten.

Unterschiede im Wurzelwachstum zwischen Weizen und Roggen

Unterschiede im Wurzelwachstum zwischen Weizen und Roggen

Häufig ist der Proteingehalt im Hybridroggen geringer als in der Düngeverordnung angegeben (11-12 % Rohprotein bei 86 % TS). Dadurch ist eine Düngung auf 150 kg N / ha inkl. Nmin bei einer Ertragserwartung von 80 dt / ha ausreichend. Dies kann zusätzlich Luft in der N-Bilanz verschaffen.

Vergleich N Entzug auf Praxisniveau mit zulässiger N-Düngung, Standardwerte Düngeverordnung (2017), Mittelwert aus 84 Praxisproben der LUFA (KWS LOCHOW, 2017)

Vergleich N Entzug auf Praxisniveau mit zulässiger N-Düngung, Standardwerte Düngeverordnung (2017), Mittelwert aus 84 Praxisproben der LUFA (KWS LOCHOW, 2017)

Startgabe 2018

Nachdem im letzten Winter aufgrund hoher Temperaturen und geringer Niederschläge die Nmin-Gehalte überdurchschnittlich hoch waren, bietet sich in diesem Jahr ein gegenteiliges Bild. Häufig wurden die Böden aufgrund hoher Niederschläge regelrecht durchgespült. Dadurch wurden nicht nur mobile Nährstoffe, wie Nitrat und Schwefel, sondern auch Kalzium und Magnesium ausgewaschen. Auf leichten Böden kann es auch zum Verlust von Kalium oder Ammonium-N gekommen sein. (Schönberger, Getreidemagazin 1 / 2018)

Der Wachstumsbeginn des Roggens liegt bei 2 –3° C, damit beginnt das Roggenwachstum als erstes vor allen anderen Getreidearten. Aufgrund der häufig sehr niedrigen Nmin-Gehalte sollte die Roggendüngung in diesem Jahr frühzeitig am Ende dieser Frostperiode auf tagsüber auftauenden Böden erfolgen (Düngeverordnung), damit der Bedarf der bestockenden Pflanzen gedeckt wird.

Achtung: Bei Düngung auf nachts gefrorenen Böden, die nur tagsüber auftauen, ist die N-Aufbringmenge auf max. 60 kg N / ha begrenzt!

Bei der Startgabe muss der Entwicklungsstand des Bestandes zwingend berücksichtigt werden. In gut entwickelten Beständen sollte die Startgabe deutlich geringer ausfallen, als in schwachen Beständen, damit der Bestand nicht zu viele schwache Nebentriebe bildet bzw. überflüssige Nebentriebe reduziert werden.

In der folgenden Tabelle ist anhand von Beispielen dargestellt, wie hoch die Startgabe ausfallen könnte. Neben diesen Beispielen gibt es viele betriebsindividuelle Faktoren, die einen Einfluss auf die richtige Bestandesdichte, bzw. den Düngebedarf haben. In Ihrer Düngeplanung müssen Sie vor allem die Anpassungswerte der Düngeverordnung berücksichtigen!

Beispiel Startgabe N-Düngung, Angepasst nach TopAgrar Ratgeber Getreide 2006

Beispiel Startgabe N-Düngung, Angepasst nach TopAgrar Ratgeber Getreide 2006

Aufgrund der geringen Nmin-Gehalte sollte in diesem Frühjahr zumindest ein Teil der N-Menge in Form eines nitrathaltigen Düngers (z. B. KAS) gestreut werden. Kalkamonsalpeter hat weiterhin den Effekt einen Teil des ggf. ausgewaschenen Kalziums bereitzustellen. Außerdem sollte bei der Startgabe eine Schwefeldüngung von ca. 20 kg S erfolgen.