Tipps zur Aussaat von Sommerweizen und Sommergerste

Unbefahrbarer Maisschlag in Schleswig-Holstein

Unbefahrbarer Maisschlag in Schleswig-Holstein

12.01.2018

Das Regenwetter der letzten Monate beschert in der gesamten Nordhälfte Deutschlands seit der Ernte enorme Probleme. Der Herbst 2017 war im Vergleich zum Vorjahr deutlich zu nass. Die nutzbaren Feldkapazitäten (in 0 – 60 cm eines leichten Bodens unter Zuckerrüben) lagen im September noch bei 59 Prozent nutzbarer Feldkapazität (% nFK), im Oktober schon bei 74 und im November bei 93 % nFK. Die Böden waren bzw. sind nicht befahrbar, hierdurch konnten einige Silomais-Bestände nicht mehr geerntet werden. Winterweizen, Wintergerste und teilweise auch der Raps konnten nicht wie geplant ausgesät werden, sodass im Frühjahr 2018 unter anderem Sommerweizen und Sommergerste gesät werden müssen.

Der Anbau von Sommergetreide bringt auch ackerbauliche Vorteile bzw. Nebeneffekte mit:

  • Entlastung der N-Bilanz durch geringen N-Bedarf.
  • Durch mechanische Bekämpfung kann der Ungrasdruck reduziert werden.
  • Sommergerste kann durch die intensive Bestockung und hohe Bestandesdichten im Frühjahr auflaufende Unkräuter unterdrücken.

Frühjahrsaussaat Sommerweizen und Sommergerste

Sommerweizen

Für die Aussaat des Sommerweizens sollten möglichst frühe Saattermine ab Februar angestrebt werden. Auch eine Aussaat in gefrorenen, gut abgetrockneten Boden ist möglich. Sommerweizen stellt auf Grund seines schwächeren Wurzelwerks höhere Ansprüche an den Boden. Das Saatbett sollte ausreichend abgetrocknet sein: unten fest, oben locker. Die Saatbettbereitung sollte möglichst nur bis zu Saatgutablagetiefe erfolgen. Muss auf Grund von z. B. Fahrspuren tiefer bearbeitet werden, kann dies das Kapillarsystem des Bodens unterbrechen. In diesem Fall muss bei der Saat gut rückverfestigt werden, um die Kapillarität wiederherzustellen. Die Saattiefe sollte 2 – 4 cm betragen, je nasser der Unterboden ist, umso flacher muss ausgesät werden. Die optimale Saatstärke beträgt sortenunabhängig 400 – 450 keimfähige Körner/m².

KWS Getreide bietet Ihnen 4 Sommerweizen zur Aussaat an:

KWS SHARKI E NEU – Neuer Sommerweizen mit hervorragender E-Qualität und guter Blattgesundheit.

KWS SCIROCCO E – Sommerweizen mit E-Qualität und sehr hohem Proteingehalt.

KWS MISTRAL A – Neuer Sommerweizen mit A-Qualität und hohem Ertrag.

KWS CHAMSIN A – Sommerweizen mit A-Qualität und guter Ährengesundheit.

Sommergerste

Die Aussaat der Sommergerste sollte bis spätestens Anfang April abgeschlossen sein. Es gilt das Motto: Gute Aussaatbedingungen gehen vor den Aussaattermin. Sommergerste stellt hohe Ansprüche an die Saatbettqualität und die Bodenstruktur. Die größte Herausforderung besteht darin, die teilweise katastrophale Bodenstruktur wiederherzustellen – Verdichtungen zu beseitigen und ein zügiges Abtrocknen der Flächen sicherzustellen. Um Verdichtungen zu verhindern richtet sich der Termin der Bodenbearbeitung nach der Befahrbarkeit der Böden. Durch zu zeitige Bearbeitung verursachte Strukturschäden beeinträchtigen den Ertrag mehr als einige Tage Verzögerung der Aussaat in ein feinkrümeliges, gleichmäßig tief gelockertes und ausreichend abgetrocknetes Saatbett.

Die optimale Saattiefe beträgt 2 – 4 cm. Die optimale Saatstärke richtet sich nach dem Aussaattermin, der Sorte, der Saatbettbeschaffenheit und dem Standort. Meine für Ihren Standort empfohlene Aussaatstärke erhalten Sie sortenspezifisch im Aussaatstärke-Rechner hier.

Folgende Sommergersten-Sorten bietet KWS Getreide zur Aussaat an:

Sommerbraugerste:

CATAMARAN – Vom Berliner Programm empfohlen, sehr gute Qualität, ertragreich.

KWS IRINA - Sehr strohstabiler ertragreicher Typ, gute Braueignung.

Sommerfuttergerste:

KWS FANTEX NEU – Ertragsstarke Sommergerste mit ausgezeichneter Standfestigkeit.

KWS DANTE – Runde, ertragreiche Sorte mit guter Standfestigkeit.