Marktkommentar Februar: Roggen hat regional sein Preishoch erreicht.

Roggenfeld

01.03.2018

Der Roggenmarkt bewegte sich seit Jahresbeginn leicht rückläufig. Während der Roggen sich im östlichen "Rye Belt" (Russland und Ukraine) dem Angebotsdruck nach der guten Ernte 2017 nicht entziehen kann, hat er im westlichen "Rye Belt" (Roggenanbaugürtel), der knapp mit Roggen versorgt ist, sein Preishoch erreicht. Regional wird er dort höher als Weizen gehandelt. Landwirte sollten daher im westlichen Rye Belt ihr Lager räumen. Auch in Polen ist es ein guter Zeitpunkt für den Roggenverkauf. In der Ukraine sieht es aktuell nach einer Seitwärtsbewegung aus. Luft nach oben scheint dagegen der Roggenmarkt in Russland zu haben. Dort ist es ratsam, den Roggen vorerst weiter einzulagern.

In Deutschland und Österreich hat sich der Roggenmarkt auch leicht abgeschwächt. Franko Roggenmühle fiel der Preis in Österreich von 190 bis 195 €/t auf 185 €/t. In Süddeutschland und der Rheinschiene werden bei schwacher Nachfrage franko Mühle weiterhin 170 bis 175 €/t bezahlt. Franko Hamburg werden Preise von 165 €/t aufgerufen. Sehr uneinheitlich sind die Preisnennungen in den östlichen Produktionsgebieten. Landwirte berichten dort von Preisen ab Station von 135 bis 150 €/t. Die hohe Preisspanne ist zum einen auf die Transportentfernung zu den Mühlen in Süd- und Westdeutschland und zum anderen auf die mangelnden Marktinformationen einiger Verkäufer zurückzuführen. Ein Abschlag von 10 €/t wird aktuell für Futterroggen bezahlt, der damit in der Mischfutterration wettbewerbsfähig ist. Insgesamt ist zu beobachten, dass der Roggen seine Preisgrenze nach oben bereits seit Herbst erreicht hat.
Es ist daher ein guter Zeitpunkt das Roggenlager zu räumen.