Marktkommentar Januar: Der Weizenmarkt bremst den Roggenmarkt.

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25.01.2018

Der hohe Angebotsdruck am Weizenmarkt hat sich regional auf den Roggenmarkt im „Rye Belt“ (Roggenanbaugürtel) übertragen. Insbesondere im östlichen Rye Belt ist der Roggen am Markt deutlich unterbewertet. Die knappen Vorräte zum Ende des Vermarktungsjahres lassen dort einen Preisanstieg erwarten. Den sehr niedrigen Preisen in der Ukraine und Russland stehen hohe Preise im westlichen Rye Belt gegenüber. Regional ist dort bereits ein leichter Preisrückgang zu beobachten. Daher sollte das Preisniveau für den Verkauf der Lagervorräte genutzt werden.

In Deutschland und Österreich ist Brotroggen weiterhin knapp und teuer. In Süd- und Westdeutschland werden franko Roggenmühle Preise von 170 bis 180 €/t genannt und in Österreich von 190 bis 195 €/t. Allerdings steigen die Preise nicht weiter an. Zwischenzeitlich sind bereits Preisrücknahmen zu beobachten. Brotroggen scheint seine Preisobergrenze gefunden zu haben. Der Preisdruck am Weizenmarkt scheint sich auf den Brotroggenmarkt zu übertragen. Der hohe Roggenpreis verhindert den Abfluss der Ware in die Mischfutterindustrie und die Ethanolindustrie. Aufgrund des hohen Preisniveaus ist es ratsam sich von den Lagervorräten zu trennen.