Hybridroggen im Ertragsvergleich

30.6.2016

In den letzten Jahren wurde viel in die Züchtung von Hybridroggen investiert. Obwohl vieles erreicht wurde, hält sich die Meinung, dass das Ertragspotenzial von Roggen nicht mit dem weiterer Wintergetreidearten mithalten kann und die Anbauflächen sinken. Ein Vergleich der wichtigen Futtergetreidearten anhand der Landessortenversuche 2011 bis 2015 kommt allerdings zu einem für viele überraschenden Ergebnis.

Hybridroggen im Ertragsvergleich

Hybridroggen im Ertragsvergleich

Hierbei zeigt sich deutlich, dass der Hybridroggen im Ertrag unterschätzt wird und unter nahezu allen Bedingungen das höchste Ertragspotenzial besitzt. Auch ackerbauliche Gründe, wie die niedrigen Standortansprüche oder die Fruchtfolgegestaltung, sprechen für eine Ausweitung des Roggenanbaus. Als attraktive Verwertungsmöglichkeit bietet sich durch die niedrigen Produktionskosten die (innerbetriebliche) Nutzung des Roggens in der Fütterung an.

Beim Vergleich der Futtergetreidearten Hybridroggen, Triticale, Gerste, B- und C-Weizen von 71 Standorten der Landessortenversuche 2011 bis 2015 hatte Hybridroggen in vier von fünf Jahren den höchsten Ertrag. Nur 2014 konnte der C-Weizen mit einem leichten Ertragsvorsprung vor dem Hybridroggen punkten. Im fünfjährigen Mittel wies der Hybridroggen 5 Prozent Mehrertrag als Triticale, 11 Prozent mehr als Gerste, 6 Prozent mehr als B- und 4 Prozent mehr als C-Weizen auf. Die Diskrepanz zu den Ernteergebnissen in der Praxis ist leicht erklärbar: Roggen wird aufgrund seiner Ertragsstabilität und Trockentoleranz in den meisten Betrieben auf den schwächsten Standorten angebaut. Dadurch kann er nicht sein volles Ertragspotenzial ausschöpfen und wird im Vergleich zu weiteren Getreidearten benachteiligt.

Die Ergebnisse zum Ertragspotenzial zeigen, dass eine Integration von Roggen in die Fruchtfolge lohnenswert sein kann. Durch die Wirtschaftlichkeit des Weizenanbaus in günstigen Lagen und die Fruchtfolgestellung durch die frühe Räumung der Gerste bietet Roggen vor allem zu den abtragenden Fruchtfolgegliedern Triticale und Stoppelweizen eine interessante Alternative.

Die Einzelergebnisse der Analyse finden Sie hier.

Über KWS*

KWS ist eines der führenden Pflanzenzüchtungsunternehmen weltweit. 4.700 Mitarbeiter in 70 Ländern erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2014/2015 einen Umsatz von 986 Mio. Euro und erzielten dabei ein Ergebnis von 113 Mio. Euro vor Zinsen und Steuern (EBIT). Seit rund 160 Jahren wird KWS als familiengeprägtes Unternehmen eigenständig und unabhängig geführt. Schwerpunkte sind die Pflanzenzüchtung und die Produktion sowie der Verkauf von Mais-, Zuckerrüben-, Getreide-, Raps- und Sonnenblumensaatgut. KWS setzt modernste Methoden der Pflanzenzüchtung ein, um Erträge sowie Resistenzen gegen Krankheiten, Schädlinge und abiotischen Stress weiter zu verbessern. Um dieses Ziel zu realisieren, investierte das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr mit 174 Mio. Euro und damit 17,7 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Weitere Informationen: www.kws.de.

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